Vivien Natalello über ihr Handball-Comeback und den Nicht-Aufstieg der TG Nürtingen

Vivien Natalello TG Nürtingen

Vivien Natalello möchte nach ihrer Handballpause nochmal angreifen. Foto: Marco Schultz

Nach knapp zweijähriger Handballpause ist Vivien Natalello zurück bei der TG Nürtingen. Die Kreisläuferin spricht über ihr Comeback, körperliche Probleme nach der Rückkehr und die Enttäuschung über den verpassten Bundesliga-Aufstieg.

Es ging dann alles ziemlich schnell: Nur drei Trainingseinheiten lagen hinter Vivien Natalello, schon gab sie gegen den HSV Solingen-Gräfrath ihr Comeback. Knapp zwei Monate ist das nun her, zuvor hatte die 23-Jährige eine knapp zweijährige Handballpause eingelegt.

Natalello begann im Alter von sechs Jahren mit dem Handball, wechselte 2020 vom TuS Metzingen zur TG Nürtingen.  2024 beschloss sie dann aber, mehr Fokus auf ihr Lehramtsstudium in Deutsch und Geografie zu legen: „Es war mir alles ein bisschen zu stressig. Das Studium kam eine Zeit lang zu kurz. Dann beginnt man darüber nachzudenken, dass man Handball nicht für immer spielen kann. Man sollte außer dem Abitur etwas in der Tasche haben. Ich wollte mich da ein bisschen mehr darauf konzentrieren und meinen Bachelor machen“, erklärt sie. Nun, da sie auf das Referendariat zusteuert, hat sie Zeit dafür, bei der TG Nürtingen auszuhelfen. Lenya Treusch hatte sich im Training die Hand gebrochen, zudem gab es weitere Ausfälle. „Dann kam die Anfrage vom Verein, ob ich mir vorstellen könnte, für die Zeit aushelfen zu können. Mir war klar, dass ich der Mannschaft helfen möchte.“

Das Comeback

Erstaunlich schnell fand die Kreisläuferin zurück in die Mannschaft, fühlte sich „sehr schnell, sehr wohl“. Während sie das Gefühl für die Spielsituationen relativ schnell wiederfand, bekam sie allerdings körperliche Probleme: „Ich hatte starke Schulterschmerzen am Anfang.“ Ihr Körper sei nicht mehr an die handballtypischen Bewegungen gewöhnt gewesen.

Mittlerweile scheint die 23-Jährige, die ihre größten Stärken im Defensivspiel hat, ihre Schulterprobleme aber immer besser in den Griff zu bekommen. Außerdem fand sie immer besser in das Spielsystem von Trainer Manel Cirac. Gegen HL Buchholz 08-Rosengarten am vergangenen Wochenende erzielte sie drei Tore – Bestwert seit dem Comeback.

Enttäuschung über den Nicht-Aufstieg

Getrübt wurde die Freude über den 27:21-Auswärtssieg allerdings durch die Meldung, dass die Frauen des TG Nürtingen in der kommenden Saison nicht in der Handball Bundesliga der Frauen spielen werden. Der Antrag des Vereins wurde vom Verband abgelehnt. „Es ist natürlich eine Enttäuschung für uns, ändert aber nicht daran, dass wir an uns arbeiten wollen und jedes Spiel gewinnen wollen“, sagt Natalello zur Reaktion der Mannschaft auf diese Nachricht.

Somit wird vor dem Spitzenspiel am kommenden Samstag (19.30 Uhr) zwischen der TG Nürtingen und den Füchsen Berlin aus einem Dreikampf um den Aufstieg ein Zweikampf. Berlin geht mit einem Punkt Vorsprung auf den HC Leipzig in die letzten drei Spiele der Saison. Vivien Natalello freut sich auf das Spiel: „Das wird auf jeden Fall ein richtiger Kracher. Wir müssen 1000 Prozent geben, konzentriert bleiben, eine starke Abwehr spielen und vorne jede Chance, die wir bekommen, verwandeln. Unsere Torhüterinnen waren in den letzten Spielen überragend. Das brauchen wir weiterhin. Dann haben wir auf jeden Fall gute Chancen.“ Ob Natalello über diese Saison hinaus Handball spielen wird, steht noch nicht fest.

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