Money-Time, Handball-WM, komische Nudeln: Im Gespräch mit Simone Mengon vom TVB Stuttgart
Simone Mengon wechselte 2025 vom ThSV Eisnach zum TVB Suttgart. Foto: TVB Stuttgart/Tom Weller
Vor dem Spiel bei der MT Melsungen am Sonntag (18 Uhr) erklärt Simone Mengon, warum die Unzufriedenheit beim TVB Stuttgart nach der 33:34-Niederlage gegen die Füchse Berlin groß war, wie es seinem Bruder Marco Mengon aktuell geht und warum er nun „seltsame Nudeln“ isst.
Drei Spiele, drei Punkte: Am Sonntag (18 Uhr) treffen mit der MT Melsungen und dem TVB Stuttgart in Nordhessen zwei Mannschaften aufeinander, die mit einer identischen Bilanz in die neue Saison der Handball Bundesliga gestartet sind. Als entscheidender Vorteil für die Schwaben könnte sich allerdings herausstellen, dass die MT Melsungen am Donnerstag ihr Champions League-Debüt feierte. Zwar errang das Team von Trainer Roberto García Parrondo einen 33:31-Sieg, doch nun dürfte Stuttgart kräftemäßig im Vorteil sein.
TVB-Rückraumspieler Simone Mengon erwartet jedenfalls ein enges Spiel, das erst in der sogenannten „Money-Time“, also in der Schlussphase des Spiels, entschieden werden könnte. Ohnehin scheint der Begriff „Money-Time“ eine Art Lieblingsbegriff des 26-jährigen Italieners zu sein, so oft wie er diesen benutzt.
Ein Team für das ganz große Drama
Was allerdings auch daher rühren könnte, dass es wohl auch intern ein Thema war, dass man aufgrund des Spielsystems und der Qualität des Kaders es immer wieder schafft, Spiele gegen starke Gegner eng zu halten. Dann gehe es darum, die Ruhe zu bewahren und in den entscheidenden Momenten da zu sein. Man könnte beinahe sagen, dass die gesamte bisherige Saison des TVB eine einzige „Money-Time“ war. Auf einen 30:29-Erfolg gegen den Bergischen HC folgten ein 34:34 beim HC Hamburg und eine 33:34-Niederlage gegen die Füchse Berlin.
Eine Beinahe-Sensation, die niemanden ganz zufriedenstellt
Simone Mengon steht so ein wenig sinnbildlich für den jüngsten Auftritt gegen die Füchse Berlin. Er machte fünf Tore und bereitete zwei weitere vor, stellte den Gegner mit seinem explosiven Antritt mitunter vor erhebliche Probleme, war dann aber auch daran beteiligt, dass sein Team vor der Halbzeitpause reihenweise Bälle herschenkte. Vier technische Fehler sammelte er insgesamt.
„Es ist mein Anspruch, diese Fehler zu limitieren. Ich muss es schaffen, ein, zwei Fehler weniger zu machen. Ja, das ist mein Ziel“, stellt der Italiener klar, der ohnehin kritisch feststellt: „Als wir das Video gesehen haben nach dem Spiel, dann waren wir nicht so zufrieden.“ Man habe nicht alles umsetzen können, was man sich vorgenommen habe, obwohl der Plan klar gewesen sei. Auffällig waren bereits gegen den HC Hamburg die Probleme im Rückzug, die dann gegen die Füchse Berlin noch augenscheinlicher waren. „Der große Unterschied war, dass die Füchse noch schneller spielen als Hamburg“, stellt Mengon fest.
Probleme im Rückzug, Stärken im Sieben-gegen-Sechs
Man darf gespannt sein, ob der TVB dieses Problem in den Griff bekommt. Schon jetzt achtet man darauf, erst zu wechseln, wenn die Spieler im Rückzug hinten angekommen sind. Wenn kein Wechsel mehr möglich ist, verteidigt auch Simone Mengon mal im Innenblock. Dies sei besser als ein schnelles, einfaches Tor durch die Mitte zu kassieren, betont Mengon. Somit dürfte es vor allem darum gehen, die Fehlerquote zu minimieren und noch handlungsschneller zu agieren.
In der zweiten Halbzeit des Spiels gegen die Füchse Berlin war dann aber auch zu sehen, dass der TVB Stuttgart Lösungen in der Hinterhand hat, falls es mal nicht so läuft. Die Umstellung von Trainer Misha Kaufmann auf ein Sieben-gegen-Sechs funktionierte ausgezeichnet. „Wir haben das auch vorbereitet und ich denke, wir haben schon vier, fünf gute Lösungen gefunden“, bilanziert Mengon.
Verletzungsupdate Marco Mengon
Der 26-Jährige wartet weiterhin auf die Rückkehr seines Zwillingsbruders Marco Mengon, der sich im März einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen hatte. „Es läuft alles gut, wie im Plan. Sein Ziel ist es, ungefähr im Dezember zurückzukommen“, erklärt Simone Mengon. Sein Bruder habe ähnliche Qualitäten wie er. Mit seiner Eins-gegen-Eins-Stärke passe Marco Mengon sehr gut ins Spielsystem von Misha Kaufmann.
Handball-WM in Stuttgart
Sollte dieser Zeitplan aufgehen, könnte Marco Mengon es auch noch zur Handball-WM im Januar 2027 in Deutschland schaffen. Die italienische Nationalmannschaft spielt in der Gruppe B gegen Saudi-Arabien, Kap Verde und Ägypten. Alle Spiele dieser Gruppe werden in Stuttgart ausgetragen. Mengon bezeichnet dieses persönliche Heimspiel als „geile Möglichkeit“ für sich und den italienischen Handball, der sich ohnehin entwickelt habe. Unterstreichen kann man das mit dem Fakt, dass viele italienische Spieler wie die Mengon-Brüder oder Mikael Helmersson mittlerweile in Deutschland spielen. Bei der EM 2026 waren je vier Spieler aus der HBL und der 2. HBL im italienischen Kader.
Keine Kässpätzle auf dem Speiseplan
Zunächst fokussiert sich Simone Mengon aber auf das Spiel gegen die MT Melsungen. Natürlich darf aber auch die Familie nicht zu kurz kommen. Als er in einem Vereinsinterview mit dem TVB Stuttgart nach drei Dingen, die bei ihm nicht fehlen dürfen, gefragt wurde, nannte er die Familie an erster Stelle. Seine weiteren Antworten: Musik und Nudeln.
Am Liebsten hört er französische Musik. Und die Nudeln? „Ich als Italiener esse viele Nudeln. Jetzt versuchen wir ein bisschen Dinkelnudeln. Die sehen ein bisschen seltsam aus, aber das ist wegen der Ernährung. Hauptsache es ist gesund“, so Mengon. Damit darf man sich wohl vom Gedanken eines Kässpätzle essenden Simone Mengon verabschieden.
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