Maxim Schalles vom TV Großwallstadt: Profi-Handball, Weinbau und neue Freundschaften
Nach zuletzt drei Niederlagen möchten Maxim Schalles (links) und Co. am kommenden Wochenende nach dem Spiel gegen TUSEM Essen endlich wieder jubeln. Foto: TV Großwallstadt
Rechtsaußen Maxim Schalles spielt seit 2022 beim TV Großwallstadt und hat dort den Sprung in den Profi-Handball geschafft. In welche Richtung es nach dem Handball geht, steht für den 26-Jährigen außer Frage.
Sport kann sich mitunter anfühlen wie ein Film, den man schon zehnmal gesehen hat. Die Dinge wiederholen sich. Na klar: Man kann Abwechslung ins Training bringen, mit Übungen variieren, mit den Mitspielern Spaß haben. Um den Fakt, dass sich trotzdem gewisse Dinge wiederholen werden, kommt man aber nicht herum. Sie wiederholen sich immer wieder und wieder und wieder.
Die Geschichte von Maxim Schalles ist aber keine, die von einem Handballer handelt, der keine Lust mehr auf Handball hat. Wer weiß wie sich Schalles – im Positiven wie im Negativen – auf dem Spielfeld verhält, wie emotional er im Spiel dabei ist, der muss zur Erkenntnis kommen: Ja, dieser Maxim Schalles hat Bock auf Handball.
Durchbruch in Unterfranken
Dass der 26-Jährige Handball spielen kann, hat er ohnehin bereits unter Beweis gestellt. Schalles kommt aus Nordhessen, spielte unter anderem für die MT Melsungen und den TBV Lemgo, für den er 20 Erstligaspiele absolvierte. Als junger Spieler konnte er sich bei diesen Vereinen aber nicht ganz durchsetzen, weshalb er 2022 zum TV Großwallstadt kam. In Unterfranken, so sagt er es, hatte er bisher seine erfolgreichste Zeit: „Hier habe ich den Sprung in das Profigeschäft geschafft.“
Zwar läuft für den Rechtsaußen nach der Winterpause noch nicht alles glatt, aber insgesamt spielt er eine gute Saison, ist viertbester Torschütze der 2. Handball Bundesliga. Seine Leistungen sind stabiler geworden, die Statistiken zeigen in die richtige Richtung.
Der Hauptgrund ist naheliegend. Bis März 2025 pendelte Schalles für einen 20-Stunden-Job bei einem Unternehmen im Agrarhandel wöchentlich nach Nordhessen, entschied sich dann aber dazu, diesen Job aufzugeben. Eine Entscheidung, die ihm gutgetan hat.
Er kann es einfach nicht lassen
Um das, was danach passierte, zu verstehen, muss man wissen, dass Schalles schon immer in der Landwirtschaftsbranche arbeiten wollte. „Das Wetter und das Klima können schon eine hohe Belastung sein, aber wenn man daran Spaß hat, kann man darin aufgehen. Mich hat das schon als Kind begleitet“, meint Schalles, der mit seiner Verlobten zwei Hunde hat.
Vergangenen November entschied sich der 26-Jährige, ein Agrarmanagement-Studium anzufangen. Im kommenden Herbst will er dem Weingut Giegerich erneut bei der Traubenlese helfen. „Ein bisschen was muss man nebenher doch machen. Das passt mir zeitlich gut rein und ich wollte das schon länger machen“, erklärt der TVG-Handballer, der sich in der Region bereits gut eingelebt hat. „Auch außerhalb des Handballs sind hier schon einige Freundschaften entstanden.“ Er weiß: Sport ist schön, aber längst nicht alles.
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