SG Pforzheim-Eutingen: Das Erfolgsrezept einer besonderen Talentschmiede
Trainer Alexander Lipps und Torhüter Moritz Luckert feiern gemeinsam den 29:24-Sieg gegen Saase3 Leutershausen. Quelle: SG Pforzheim-Eutingen
Alexander Lipps geht in der kommenden Saison in seine 13. Runde als Cheftrainer der SG Pforzheim-Eutingen. Der 45-Jährige erklärt uns, warum sich die SG Pforzheim-Eutingen zu einer Talentschmiede entwickelt hat und warum er den Verein trotz höherklassiger Angebote noch nicht verlassen hat.
Samstag, der 19. Oktober 2024, Spieltag 8 in der Südstaffel der dritten Liga: Die SG Pforzheim-Eutingen verliert in eigener Halle gegen das bis dato punktlose Schlusslicht TVS Baden-Baden und rutscht auf einen Abstiegsplatz ab. Doch der Verein behielt in dieser schwierigen Situation die Ruhe, hielt am langjährigen Trainer Alexander Lipps fest. Bis zum 13. Spieltag hing der 2017 in die Dritte Liga wieder aufgestiegene Verein noch tief im Abstiegskampf fest, dann startete der Klub eine beeindruckende Aufholjagd und beendete die Runde noch auf Rang acht.
Es sind Situationen wie diese, in denen Alexander Lipps das Umfeld in Pforzheim zu schätzen weiß: „Das sportliche Umfeld ist ruhig geblieben. Wir sind mit Geduld und aller Konsequenz unseren Weg weitergegangen.“ Die Erfahrung von Vorstand Jörg Lupus und dem sportlichen Leiter und Trainer-Vater Wolfgang Lipps zahlte sich aus.
Ein Umfeld für Entwicklung
Bei der SG Pforzheim-Eutingen behalten sie die Ruhe. Auch im Erfolgsfall. Als Alexander Lipps Angebote von höherklassigen Vereinen hatte, schlug er diese aus, blieb bei seinem Heimatverein. Der 45-Jährige, der seine eigene Handballer-Karriere aufgrund einer Verletzung frühzeitig beenden musste, betont: „Es ist immer eine Frage der Perspektive. Ich bin Vater von zwei Kindern, zehn und sechs Jahre alt. Ich weiß was ich hier an meiner Familie und meinem Umfeld habe.“
Es ist ein Umfeld in dem er sich voll auf seine Leidenschaft für den Handballsport konzentrieren kann. Lipps ist hauptberuflicher Trainer, trainiert neben der ersten Mannschaft auch noch die A-Junioren. Spieler zu entwickeln, das sei das, was ihm Spaß mache. Die Erfolge der vergangenen Jahre geben ihm jedenfalls recht: Teil der ersten Mannschaft sind mit Oskar Emanuel, Matej Mikita, Maximilian Bröhl, Kreisläufer Davor Sruk und Torhüter Adam Studentkowski (kam nach der A-Jugend) nur fünf Spieler, die nicht aus dem eigenen Nachwuchs stammen. Außerdem haben mit Torsten Anselm (TV 05/07 Hüttenberg), Luca Tschentscher (HSG Nordhorn Lingen) und Lukas Süsser (HC Oppenweiler/Backnang) drei Spieler aus der SG-Jugend den Sprung in die 2. Handball Bundesliga geschafft. Nico Schöttle steht sogar bei Erstligist Bergischer HC unter Vertrag.
Das Erfolgsrezept der SG Pforzheim-Eutingen
Wie schaffen es die Pforzheimer, immer wieder solche Talente hervorzubringen? „Wir müssen sie handballerisch voranbringen, andere athletische Voraussetzungen schaffen und Drittens müssen wir entwickeln, dass sie es unbedingt wollen“, erklärt Alexander Lipps das Erfolgsrezept.
Ein Rezept, das Jugendnationalspieler Finn Meißner zu schätzen weiß. Meißner wird dem Verein auch in der kommenden Saison erhalten bleiben, er verweist auf die guten Tipps seines Trainers. Dieser weiß Meißners Qualitäten zu schätzen, betont aber auch das starke Kollektiv. Ein Kollektiv, das die SG Pforzheim-Eutingen in dieser Saison bisher auf Rang sechs geführt hat. Der Abstand auf Platz zwei, der zur Teilnahme an einer Aufstiegsrunde berechtigt, beträgt nur vier Punkte. Mit 583 Gegentoren stellt Pforzheim-Eutingen die beste Defensive der Liga – zumindest wenn man Würzburg mit einem Spiel mehr und acht Gegentoren weniger rausrechnet. Offensiv läuft es weitaus weniger erfolgreich: 604 Treffer sind der drittschwächste Wert der Liga. Dieser hängt teilweise mit dem kontrollierten Angriffsspiel der Nordbadener zusammen, wenngleich Lipps anmerkt: „Uns fehlt teilweise die Effizienz im Positionsangriff. Unsere andere Baustelle ist das Tempospiel. Das ist etwas, wo wir besser werden können.“
Am Besten Pforzheim fängt damit direkt am Samstag (19 Uhr) gegen die Wölfe Würzburg an. Die Franken stehen auf dem dritten Tabellenplatz und sind für Lipps ein heißer Aufstiegsanwärter. Nach einem Gastspiel in Fürstenfeldbruck folgen für Pforzheim wichtige Heimspiele gegen die HSG Konstanz und den TSV Neuhausen/Filder. „Nach Ostern wissen wir mehr“, prophezeit Lipps. Eines scheint sicher: Sie werden die Ruhe bewahren, egal wie die Saison endet.
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