Einst Mitspieler von Welthandballern, jetzt Abstiegskampf in der 3. Liga

Ivan Mlinarevic, Trainer SG Köndringen-Teningen.

Genießt sein Leben in vollen Zügen: Ivan Mlinarevic, Trainer der SG Köndringen-Teningen. Quelle: SG Köndringen-Teningen Presse

Ivan Mlinarevic spielte in seiner kroatischen Heimat mit den Welthandballern Ivano Balic und Domagoj Duvnjak. Nun trainiert er die SG Köndringen-Teningen in der 3. Liga Süd – und erkennt sogar eine Gemeinsamkeit zu seiner Zeit in Kroatien.

„Etwas überraschend“ sei das schon gekommen, teilte Ivan Mlinarevic mit, als die SG Köndringen-Teningen Januar 2025 bekanntgab, dass Mlinarevic die erste Mannschaft der Südbadener ab Sommer 2025 übernehmen wird. Dazu muss man wissen, dass Mlinarevic davor die SG Waldkirch/Denzlingen trainiert hatte, ehe er ab der Saison 2023/24 die zweite Mannschaft der SG Köndringen-Teningen coachte. In der Landesliga wohlgemerkt. Doch die sportliche Führung der SG Köndringen-Teningen wünschte sich für die erste Mannschaft einen neuen Impuls. Der Name dieses Impulses: Ivan Mlinarevic.

Mlinarevic, 46 Jahre alt, stammt aus der Handball-Hochburg Đakovo im Osten Kroatiens. Die Stadt ist auch Heimat von Domagoj Duvnjak, der 2013 zum Welthandballer gewählt wurde und seit 2014 für den THW Kiel spielt. „Ich habe zwei Jahre mit ihm zusammengespielt“, erinnert sich Mlinarevic. „Es war eine coole Truppe. Wir haben viel Zeit zusammen verbracht. Mit Domagoj war es immer cool. Es waren lange Fahrten. Viele Geschichten sind entstanden.“ Ob er verrät, welche Geschichten entstanden sind? „Nein“, sagt er und lacht voller südländischer Herzlichkeit.

Allzu viel will er dann doch nicht in Erinnerungen schwelgen. Zumindest nicht hier. Nicht jetzt. Lieber betont er eine Gemeinsamkeit zwischen der Zeit in seiner Heimat und der Gegenwart: „Wir hatten damals viele Spieler aus der eigenen Jugend. Das ist jetzt in Teningen auch so. Das macht es besonders schön.“ Mlinarevic hat drei Kinder, ist Teamleiter in einem Pharmaunternehmen. „Ich habe die richtige Balance gefunden zwischen privatem Leben, Handball und meinem Job. Ich schaffe das immer. Ich genieße das im Moment.“

Die missliche Lage der SG Köndringen-Teningen

Kein allzu großer Genuss sind hingegen die vielen Niederlagen seiner Mannschaft. Nachdem am ersten Spieltag die Wölfe Würzburg überraschend besiegt wurden, taten sich die Südbadener mit der Körperlichkeit und dem Tempo in der 3. Liga schwer. Nach einigen Niederlagen fing sich die Mannschaft wieder, gewann gegen einige Teams, gegen die man aber auch Punkte holen muss, wenn man die Klasse halten will. Doch dann der große Schock: Pascal Helm, früherer Bundesliga-Spieler bei den Eulen Ludwigshafen, verletzte sich. Bauchmuskelriss. Saisonaus. Helm war Lenker und Denker, Antreiber, Führungsspieler, schlichtweg der beste Spieler im Team. Es folgte der nächste Schock: Bruder Maurice Bührer, der zweitbeste Torschütze der Mannschaft, bekam Schulterprobleme. Möglicherweise muss er operiert werden, dies würde das Saisonaus bedeuten.

Für Ivan Mlinarevic bedeutet dies, dass er nun jüngere Spieler reinwerfen muss. Mit mäßigem Erfolg. Zwar schaffen es die SG-Handballer immer wieder, Spiele eng zu halten – wie vor drei Wochen bei der 28:29-Niederlage beim TSV Neuhausen/Filder, doch es mangelt an Punkten. In der Tabelle liegt Köndringen-Teningen auf dem vorletzten Platz, der Rückstand auf das „Rettende Ufer“ beträgt bereits sechs Punkte. Wobei Mlinarevic durchaus noch darauf spekuliert, dass eine Mannschaft aus der Regionalliga zurückziehen könnte. Dann würde der drittletzte Platz zur Relegation reichen.

Seinen Optimismus hat der SG-Trainer jedenfalls noch nicht verloren: „Wir sind immer noch ganz nah dran. Es fehlt ein bisschen Erfahrung, aber wir sind schon auf einem guten Weg,“ Richtungsweisend – und das weiß auch Mlinarevic – wird das Spiel am Samstag (20 Uhr) gegen den TV Erlangen-Bruck. Überraschend käme der Klassenerhalt der SG Köndringen-Teningen allemal.

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