Von Bietigheim bis Weiden: Der DEL2-Südcheck zu Transfers und Kadern
Kapitän Robbie Czarnik (links) bleibt den Ravensburg Towerstars erhalten. Der 36-jährige Stürmer wird bei den Oberschwaben in seine achte Saison gehen. Bild: Kim Enderle
Während die letzten Entscheidungen auf dem Eis fallen, läuft hinter den Kulissen längst die Planung für den nächsten Winter. Sieben Mannschaften aus Baden-Württemberg und Bayern werden in der kommenden Saison in der DEL2 auf jeden Fall vertreten sein. Wir blicken im Südcheck auf die Transfers und die Kader dieser Mannschaften. Nicht von A bis Z, aber von B wie Bietigheim bis W wie Weiden.
Dieser Tage fallen die letzten Entscheidungen in Eishockey-Deutschland: In der DEL kämpfen die Adler Mannheim gegen den EHC Red Bull München sowie die Kölner Haie gegen die Eisbären Berlin um den Finaleinzug. Ab Freitag (19.30 Uhr) startete in der DEL2 die Finalserie zwischen den Krefeld Pinguinen und den Kassel Huskies. Der Deggendorfer SC wartet in den Oberliga-Playoffs auf seinen Finalgegner. Die Memmingen Indians führen die Serie gegen die Hannover Scorpions mit 3:2 an und haben am Dienstagabend (19.30 Uhr) vor heimischer Kulisse ihren ersten Matchball. Zahlreiche andere Entscheidungen sind derweil schon gefallen. Der ESV Kaufbeuren ist nach 17 Jahren aus der DEL2 abgestiegen.
Trotz dieses Abstiegs werden mit den Bietigheim Steelers, den Eisbären Regensburg, den Starbulls Rosenheim, den Ravensburg Towerstars, dem EV Landshut, dem EHC Freiburg und den Blue Devils Weiden in der kommenden Saison mindestens sieben Mannschaften aus Bayern und Baden-Württemberg in der DEL2 vertreten. Bei den Fans dieser Vereine richtet sich der Blick bereits auf die neue Saison. Wir fassen zusammen, was auf dem Transfermarkt passiert ist und wie die Kader nach jetzigem Stand aussehen. Spekulationen werden nicht erwähnt.
Bietigheim Steelers
Die Bietigheim Steelers sind im Halbfinale der DEL2-Playoffs mit 2:4 gegen die Kassel Huskies ausgeschieden. Bestimmendes Thema bei den Ellentälern war allerdings die Freistellung von Trainer Alexander Dück vor dem sechsten Spiel. Gegen Dück war ein Strafbefehl erlassen worden. Vorwürfe der sexuellen Belästigung wurden erhoben, die Geschäftsführung der Steelers reagierte, der zuvor als Co-Trainer tätige Boris Blank stand im letzten Playoff-Spiel der Saison als Cheftrainer an der Bande.
Mit Blick auf die kommende Saison wurden noch keine Neuzugänge öffentlich verkündet. Bastian Eckl bleibt dem Verein erhalten. Maximilian Söll besitzt ohnehin einen Vertrag, der auch für die kommende Saison gültig ist. Darüber hinaus gab es während der Saison einige Vertragsverlängerungen: Mike Fischer und Cole Fonstad verlängerten für zwei Jahre. Arne Uplegger, Tim Schüle, Alexander Preibisch und Marek Racuk unterschrieben für ein Jahr. Zur Zukunft von Topscorer Jack Dugan bei den Steelers liegt aktuell noch keine offizielle Bestätigung vor. Update: Am 16. April gaben die Steelers bekannt, dass Alex Dostie, Benedikt Jiranek, Ratislav Judin, Tamas Kanya, Jesse Kauhanen, Brett Kemp, Luis Ludin, Tyler McNeely, Florian Mnich, Philipp Nuss, Filip Reisnecker, Justin Scheck, Olafr Schmidt und Sören Sturm den Verein verlassen werden.
Eisbären Regensburg
Weitaus weniger spannend als die Bietigheim Steelers machten es die Eisbären Regensburg in ihrem Halbfinale gegen die Krefeld Pinguine. Nach dem knappen Viertelfinal-Sieg gegen die Starbulls Rosenheim waren die Eisbären gegen den deutschen Meister von 2003 chancenlos und unterlagen mit 0:4. Dennoch spielten die Eisbären eine starke Saison, an der Goalie Jonas Neffin einen großen Anteil hatte. Der 25-jährige wird die Oberpfälzer nun allerdings in Richtung DEL verlassen.
Erhalten bleiben werden dem DEL2-Meister von 2024 Topscorer Corey Trivino und Verteidiger Pascal Zerressen. Dass Headcoach Peter Flache die Eisbären auch in die Saison 2026/27 führen wird, gab der Verein bereits im Februar bekannt. Geschäftsführer Peter Holmgren stapelte in der damaligen Pressemitteilung tief: „Nach den Playdowns 2024-2025 war Stabilität unser zentrales Thema. Genau das haben wir geschafft. Peter und sein Team haben Strukturen geschaffen, auf die wir aufbauen können. Für 2026-2027 bleibt unser Ziel der Klassenerhalt. Entwicklung ja, aber mit klarem Realismus.“
Starbulls Rosenheim
An kaum einem DEL2-Standort lässt sich über die bisherige Kaderplanung so gut streiten, wie bei den Starbulls Rosenheim. Mit Ryan McKiernan, 36, und Tomas Rubes, 33, wurden zwei erfahrene Spieler verpflichtet. Torhüter Oskar Autio, der seinen Vertrag im Dezember 2024 noch bis 2027 verlängert hatte, verlässt den Verein hingegen. „Nach einigen internen Gesprächen sind die Starbulls diesem Wunsch nachgekommen“ , schreibt der Verein in seiner Pressemitteilung. In dieser wird zudem der Abgang von Verteidiger Dominik Tiffels verkündet: „In den vergangenen Wochen haben beide Seiten intensive Gespräche über eine mögliche Fortsetzung der Zusammenarbeit geführt, konnten dabei jedoch keinen gemeinsamen Nenner finden.“
Nach 12 Saisons bei den Starbulls Rosenheim wechselt Maximilian Vollmayer zum TEV Miesbach. Nur eine Saison in Rosenheim verbrachte Verteidiger Joel Keussen. Der Duisburger geht zum Liga-Konkurrenten EC Bad Nauheim. Ville Järveläinen schließt sich der Düsseldorfer EG an. Noch nicht offiziell bestätigt sind die neuen Vereine von C.J. Stretch, Teemu Pulkkinen, Jannick Stein, Wyatt Schingoethe, Charlie Sarault und Leon van der Linde. Fest steht aber, dass auch diese Spieler die Starbulls Rosenheim verlassen werden.
Auf einige Stützen kann Trainer Jari Pasanen weiterhin vertrauen. Topscorer Scott Feser hat noch einen Vertrag bis 2028. Lewis Zerter-Gossage und Maximilian Adam haben ihre Verträge um zwei Jahre verlängert. Auch Goalie Christopher Kolarz, die Verteidiger Lars Bosecker, Dominik Kolb, Tobias Beck und Shane Hanna sowie die Stürmer Lukas Laub, Michael Musin, Johannes Achatz, Jordan Taupert, Fabian Dietz und Luigi Calce bleiben den Starbulls Rosenheim erhalten.
Ravensburg Towerstars
Der DEL2-Meister von 2019 und 2023, der in der abgelaufenen Saison bereits im Viertelfinale ausschied, hat eine weitere Personalentscheidung verkündet: Nachdem bereits seit Längerem feststeht, dass Topscorer Mark Rassell, Game-Changer Odeen Tufto und Goalie Ilya Sharipov auch in der kommenden Saison für die Ravensburg Towerstars auflaufen werden, hat der Verein nun auch die Vertragsverlängerungen von Kapitän Robbie Czarnik bekanntgegeben. „Der Verbleib für eine achte Saison in Ravensburg bedeutet mir sehr viel. Der Club, das Umfeld und die Menschen hier haben mir die Entscheidung leicht gemacht und ich freue mich, auch weiterhin meinen Beitrag für die Mannschaft zu leisten“, lässt sich Czarnik, der vom sportlichen Leiter Marius Riedel als „enorm wichtiger Spieler“ bezeichnet wird, in der Pressemitteilung des Vereins zitieren. Julian Eichinger, Lukas Jung, Jan Wieszinski, Erik Karlsson, Alec Alroth und Trainer Bo Subr verlassen die Towerstars. Der Vertrag mit dem sportlichen Leiter Marius Riedel wurde hingegen bereits im Februar vorzeitig verlängert.
EV Landshut
Der EV Landshut blickt auf eine schwierige Saison zurück, die bereits nach dem Viertelfinale beendet war. Topscorer Tor Immo sprach mit „Logbuch Sport“ über die Probleme. Ein nach dem Ausscheiden angefragtes Interview mit Trainer Uwe Krupp kam bisher nicht zustande. Doch blicken wir auf die Personalien: Jonas Langmann, Johannes Kurrer, Elias Lindner und Yannick Wenzel verlassen den Verein. Goalie Philipp Dietl verlängerte seinen Vertrag bereits Ende Januar bis 2028. Trevor Gooch tat es ihm im März gleich. Kapitän Andreas „Blacky“ Schwarz unterschrieb bis 2027.
EHC Freiburg
Es war viel Hin und Her in dieser Saison, nun verkündet der EHC Freiburg aber, dass die Zusammenarbeit mit Sportdirektor Peter Salmik beendet wurde. Immerhin schaffte der Verein der Klassenerhalt, auch weil Trainer Juraj Faith ein paar Dinge anpasste, wie Colin Schlenker im Gespräch mit „Logbuch Sport“ erzählte. Gute Nachrichten aus dem Breisgau gab es dann kurz nach Saisonende auch mit den Vertragsverlängerungen der Stürmer Fabian Ilestedt und Lynden McCallum, die in den Playdowns einen entscheidenden Anteil am Klassenerhalt der Wölfe hatten. Kilian Kühnhauser hat noch bis 2028 Vertrag. Patrik Cerveny, Fabian Hegmann, Spencer Berry, Louis Majher, Thore Weyrauch, Travis Ewanyk und Christian Kretschmann verlassen den Verein.
Blue Devils Weiden
Wer dachte, dass sich die Blue Devils Weiden nach der Übernahme durch die amerikanische Investmentgesellschaft „The Birch Group“ im Februar 2025 in eine erfolgreiche Zukunft bewegen, der sieht sich zunächst einmal getäuscht. Nur knapp entgingen die Oberpfälzer dem Abstieg in die Oberliga Süd.
Entsprechend gilt es auf dem Transfermarkt die richtigen Entscheidungen zu treffen, beziehungsweise diese getroffen zu haben. Neben Tomas Rubes und Tyler Ward verlassen auch Zach Tsekos, Noah Samanski, Paul Vinzens und Felix Noack die Blue Devils Weiden. Die Verteidiger Calvin Pokorny und Tommy Muck sowie Stürmer Alex-Olivier Voyer und Torhüter Michael McNiven verlängerten ihre Verträge im Laufe der Saison. Auch Luis Marusch, Vladislav Filin, Luca Gläser und Georg Thal werden in der kommenden Saison für die Blue Devils auflaufen. Dennoch steht viel Arbeit auf dem Programm der Oberpfälzer, denn die namhaften Abgänge zu kompensieren, wird eine schwierige Aufgabe.
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