Martin Mayer: Über den EC Peiting zurück in die Nationalmannschaft?

Martin Mayer EC Peiting

Beim Perspektiv Camp der DEL2  werden Talente wie Martin Mayer von Trainern und Ex-Profis gecoacht. Foto: privat 

Martin Mayer hat bereits 24 Einsätze für deutsche Jugendnationalmannschaften absolviert, wurde zuletzt jedoch seit fast einem Jahr nicht mehr berücksichtigt. Der 18-Jährige spricht über seine Nationalteam-Ambitionen, die Rolle von Beratern im Eishockey und seinen Wechsel zum EC Peiting.

Vier Niederlagen, Platz acht – und trotzdem eine Erfahrung, die Martin Mayer nicht vergessen wird. Beim Hlinka Gretzky Cup traf Mayer im August 2025 in Trenčín, im Westen der Slowakei, mit der deutschen U18-Nationalmannschaft auf die besten Eishockey-Talente der Welt. Zwar verlor die Mannschaft die Spiele gegen Schweden, die Slowakei, die USA und die Schweiz allesamt, doch Mayer sammelte wertvolle Erfahrungen und Erinnerungen. Noch heute blickt er positiv auf dieses Turnier zurück: „Das war eine coole Erfahrung. Ich würde sagen, dass das sogar mit die coolste Erfahrung war, die ich im Eishockey gemacht habe.“ Tempo, Skill und Spielverständnis der internationalen Toptalente haben ihn am meisten beeindruckt.

Dass Mayer überhaupt bei einem solchen Turnier auflief, kommt nicht von ungefähr. Schon von klein auf hat er sich mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Michael Mayer, der zur kommenden Saison zum TEV Miesbach in die Bayernliga wechselt, beim Inline-Hockey auf dem großen Hof der Familie viele Duelle geliefert. Martin Mayer begann mit fünf Jahren in Inzell mit dem Eishockey, hatte zuvor bereits die Laufschule dort besucht, doch die Duelle mit seinem Bruder verschafften ihm einen entscheidenden Entwicklungsvorsprung im Vergleich mit manchen anderen Talenten, glaubt er zurückblickend.

Ein Rückschlag als Antrieb

13 Länderspiele im U16-Bereich, sieben in der U17 und vier in der U18 stehen in seiner Vita. Seit jenem Hlinka Gretzky Cup wurde er allerdings nicht mehr nominiert: „Ich glaube, ich habe die Entscheidung sehr gut aufgenommen. Es hat mich sehr gepusht und mich dazu gebracht, mich noch mehr mit meinem eigenen Spiel zu beschäftigen und meine Schwächen zu verbessern. Klar ist das eine Extramotivation. Ich will zeigen, was ich kann und mir wieder einen Platz in der Nationalmannschaft verdienen.“

Mayers Weg führte 2022 von Inzell nach Rosenheim. Vier Jahre spielte der 18-Jährige in der Starbulls-Jugend. Die vergangenen beiden Spielzeiten waren ein Auf und Ab, weil auf ein DNL-Halbfinale eine Teilnahme an den U20-Playdowns folgte. „Das waren gute und wichtige Erfahrungen“, meint Mayer und glaubt, aus dieser Drucksituation in den Playdowns durchaus eine Stärke ziehen zu können.

Der 18-Jährige beschreibt sich als klassischen Zwei-Wege-Verteidiger: „Hinten solide zu spielen und dann offensiv, wenn ich die Möglichkeit habe, gute Akzente zu setzen“, sei sein Ziel.  Für junge Spieler wie ihn ist Spielzeit wichtig. Was auch nicht schaden kann, sind erfahrene Spieler, die Tipps geben können, die wissen, wo sie stehen müssen. Gerade auf der Verteidigerposition spielt diese Erfahrung eine Rolle, Mayer blickt da beispielsweise auf den 35-jährigen Erik Karlsson, der für die Pittsburgh Penguins in der NHL spielt.

Wer lenkt die Karriere junger Talente?

Es sind viele Überlegungen, die bei der Karriereplanung eine Rolle spielen: „Am Ende willst du Profi werden. Ich habe mit meinem Berater darüber geredet, was der sinnvollste Weg wäre, um so schnell wie möglich ins Profieishockey zu kommen. Dann hat er Peiting angerufen und sie haben mir die Option geboten. In einer Liga mit viel Profierfahrung zu spielen, da kann man viel lernen und abschauen. Deswegen ist das für mich der nächste, richtige Schritt“, erklärt Mayer seinen Wechsel zum EC Peiting in die Oberliga Süd. Ein paar Oberliga-Spiele habe er sich angeschaut, wie schnell er sich an die neue Liga anpassen kann, wagt er aber nicht vorherzusagen.

Dafür teilt Mayer Eindrücke aus dem Zusammenspiel zwischen Beratern und Spielern: Laut seinen Aussagen suchen sich die meisten Spieler im Alter von 15 oder 16 Jahren einen Berater. „Ich würde nicht sagen, dass diese Berater irgendwelche Geheimnisse haben, sondern es geht vielmehr darum zu wissen, welche Fähigkeiten der eigene Spieler hat und was der nächste richtige Schritt für ihn ist, um am Ende Profi zu werden“, so Mayer.

Am See, in der Schule, auf dem Eis

Abseits des Eishockeys ist der 18-Jährige – wenn er nicht mit der Schule beschäftigt ist – gerne am See. Ohnehin beschreibt er sich als „meistens gut gelaunt“. Viel mehr gebe es nicht zu sagen, erklärt er in tiefstem Bayerisch. Aktuell hält er sich zu Hause fit und freut sich bereits darauf, seine neue Mannschaft beim gemeinsamen Grillen kennenzulernen. Der gemeinsame Trainingsstart ist im August. Im nächsten Jahr steht außerdem das Abitur auf dem Plan.

Ein weiterer Neuzugang

Es geht derweil weiterhin Schlag auf Schlag bei den „Galliern“, die nun Maximilian Rieger als weiteren Neuzugang verkündet haben. Der 27-Jährige wagt vom Bayernligisten Devils Ulm/Neu-Ulm den Schritt in die Oberliga. Coach Lenny Gare teilt in der Pressemitteilung des ECP mit: „Wir hatten über den Sommer einige Abgänge in der Verteidigung zu kompensieren. Mit Maxi Rieger bekommen wir Stabilität und mehr Körperspiel in unsere Reihen. Wir sind von Maxi überzeugt und glauben, dass er sich auch in der Oberliga durchsetzen wird.“

Eine Übersicht

Hier finden Sie im Schnelldurchlauf die Personalentscheidungen, die der EC Peiting seit dem Ende der vergangenen Saison verkündet hat:

31. März: Vertragsverlängerungen von Verteidiger Marcus Gretz und den Kontingentstürmern Carson Briere und Carson MacKinnon

7. April: Stürmer Lubor Dibelka kehrt zurück, Justin Maylan geht.

10. April: ECP verabschiedet sich per Pressemitteilung noch einmal gesondert von Kapitän Fabian Weyrich.

13. April: Vertragsverlängerung mit Thomas Heger wird verkündet.

20. April: Stürmer Nikita Naumann kommt aus Füssen.

21. April: Goalie Andreas Magg wechselt nach Peissenberg.

27. April: Niklas Greil, Fabian Hickl und Tim Mühlegger wechseln nach Schongau, Greil und Hickl bleiben per Förderlizenz für Peiting spielberechtigt.

28. April: Vertragsverlängerung von Felix Krutsch veröffentlicht.

29. April: Verteidiger Christian Obu verlässt den Verein.

8. Mai: David Diebolder verlängert.

19. Mai: Martin Mayer kommt.

23. Mai: Marco Habermann wird vom Spieler zum Co-Trainer.

27. Mai: Maximilian Rieger kommt aus Ulm.

Die Vertragsverlängerungen von Goalie Tommi Steffen sowie den Verteidigern Daniel Holzmann und Simon Mayr und des Trainers Lanny Gare wurden bereits vor dem Ende der abgelaufenen Saison verkündet.

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