Brustkrebs, Militär und „keine Aura“: Marcus Gretz vom EC Peiting erzählt seine Geschichte
Marcus Gretz (Mitte) hat die schwere Eisen-Phase hinter sich – aktuell arbeitet er an seiner Schnelligkeit. Foto: Holger Wieland
Marcus Gretz geht beim EC Peiting in seine zweite Saison. Eine Geschichte über Eishockey in der Wüste, die Brustkrebserkrankung seiner Mutter, seinen „Ausflug“ zum Militär und Eishockey-Träume, die den Schlaf rauben. Der Deutsch-Amerikaner erklärt außerdem, warum ihn das europäische Eishockey mehr begeistert als das nordamerikanische – und weshalb der EC Peiting aus seiner Sicht „keine Aura“ hat und braucht.
Es gibt so Geschichten, da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Vielleicht am Anfang. Marcus Gretz wurde am 22. November 2001 in Albuquerque, einer Stadt auf 1600 Meter Höhe im Wüstenhochland New Mexicos, geboren. Wie man sich vielleicht denken kann, ist diese Stadt mit ihren über 550.000 Einwohnern nicht gerade das Zentrum der Eishockey-Welt. Umso erstaunlicher, dass Gretz nur fünf Minuten entfernt von einer Eishockeyfläche aufwuchs, der einzigen im Umkreis von 45 Minuten bis einer Stunde, wie er erzählt.
Dass Gretz beim Eishockey landete, wirkt im Nachhinein fast zwangsläufig. Der Geruch und das Gefühl auf dem Eis zu stehen, hatten es ihm angetan. Fußball? Zu soft! American Football? Zu langweilig. Eishockey? Ja, das ist seine Welt.
Die Karriere nimmt Fahrt auf
Das Problem in Albuquerque war, dass drei Altersgruppen zusammenspielen mussten, weil so wenig los war beim Eishockey. Das Niveau war zu niedrig für ihn, er zog mit seiner Mutter nach Denver, Colorado, um zu schauen, ob er es auf AAA-Niveau zu schaffen konnte, das höchste Level im amerikanischen Jugendeishockey. Und ja: Er schaffte den Sprung in die dortige Mannschaft sofort. Der Umzug bedeutete aber auch, dass er seinen Vater bereits als 10-Jähriger nur selten sah. „Ich musste von einem jungen Alter an erwachsen werden“, meint er.
Gretz entwickelte sich, wurde von den Detroit Belle Tire gescoutet. „Dort begann ich Fahrt auzunehmen als Eishockeyspieler. Ich wuchs, entwickelte mich, liebte den Sport“, so Gretz, der in seiner letzten Saison dort mit der U16 von Belle Tire Platz zwei in der Tier 1 Elite Hockey League, der höchsten Jugendliga der USA erreichte. Der 24-Jährige spielte mit vielen Spielern zusammen, die heute Profieishockey spielen, für ihn war das damals besonders. Er schaute sich viel ab, wunderte sich aber auch darüber, warum viele dieser hochtalentierten Spieler, mit denen er da zusammenspielte, so abergläubisch sind, was das Anbringen von Tape am Schläger betrifft.
Eine Schockdiagnose
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