Lubor Dibelka: SC Riessersee-Rückblick, EC Peiting-Vorfreude und ein NHL-Gefühl in der Oberliga

Lubor Dibelka SC Riessersee

Lubor Dibelka fühlte sich in Garmisch-Partenkirchen „sehr wohl“, freut sich nun aber auf seine neue Aufgabe beim EC Peiting. Foto: Peter Volk

Nach vier Jahren beim SC Riessersee kehrt Lubor Dibelka zum EC Peiting zurück – dorthin, wo seine Deutschland-Karriere einst begann. Der 43-Jährige spricht über schöne Erinnerungen, eine enttäuschende SCR-Saison und darüber, warum er sich in Peiting einst „wie in der NHL“ fühlte.

Im stolzen Sportleralter von 43 Jahren denkt Lubor Dibelka noch nicht ans Aufhören. Im Gegenteil: Der deutsch-tschechische Stürmer, dessen Karriere zu lang ist, um sie hier im Detail aufzuschlüsseln, scheint die Zeit noch einmal ein Stück weit zurückdrehen zu wollen. Denn er weiß: „Beim EC Peiting hat für mich alles angefangen.“

Wo alles anfing

Dabei stammt Dibelka eigentlich aus Brünn im Südosten Tschechiens. Der Mann mit den schnellen Händen hatte sich fest vorgenommen, in der ersten Liga zu spielen, schrammte an diesem Ziel in seinem Heimatland aber immer wieder vorbei. 2008 erzählte ihm sein Freund Milos Vavrusa dann allerdings vom EC Peiting und empfahl ihm den Verein, der damals einen Stürmer suchte. In Peiting begann Dibelkas Aufstieg im deutschen Eishockey. In drei Saisons erreichten die „Gallier“ zwei Finalteilnahmen. Publikumsliebling Dibelka steuerte 289 Scorerpunkte in 135 Spielen bei und empfahl sich für höhere Aufgaben.

„Ich habe nur schöne Erinnerungen an diese Zeit. Es waren so viele Zuschauer in der Halle. Dann die Derbies gegen Rosenheim, Füssen und Bad Tölz. Das war für mich das Schönste“, schwelgt der 43-Jährige in Erinnerungen. Allerdings erlebte er auch einen kleinen Kulturschock: „Ich habe gedacht, ich spiele in der NHL. Wir hatten 13 Vorbereitungsspiele, 80 oder 90 Saisonspiele. Die vielen Punkte kamen auch von den vielen Spielen.“

Drei Saisons in Deutschlands Eliteklasse

Von der NHL des kleinen Mannes führte Dibelkas Weg über den SC Riessersee (Saison 2011/12) zum EHC München in die DEL. Sein großes Ziel, in der ersten Liga zu spielen, hatte er erreicht. Neben einer Saison in München stehen zwei weitere DEL-Saisons bei den Grizzlys Wolfsburg im Karriere-Resümee des 43-Jährigen. Von der Ernährung über Trainingsübungen bis hin zur Spielvorbereitung: Dibelka nahm aus den drei Saisons in der DEL viele Erkenntnisse mit, konnte sich in Deutschlands Elite-Klasse aber nicht nachhaltig etablieren. Was ihn besonders beeindruckt hat, war die Besessenheit, mit der in der DEL selbst Spieler trainierten, die am vorangegangenen Wochenende zwei Hattricks erzielten. Sein Fazit: „Ich habe dort viel gelernt. Das hat meine Karriere verlängert.“

Immer wieder SC Riessersee

Es ist eine Karriere, die ohne des SC Riessersee nicht zu erzählen ist. In Garmisch-Partenkirchen spielte der Deutsch-Tscheche insgesamt acht Saisons, der Verein holte ihn dreimal (!) zurück unter die Alpspitze. Die letzte Rückholaktion kam 2022 zustande, als Dibelka nach vier Spielzeiten bei den Tölzer Löwen zum SCR zurückkehrte: „Es hat damals geheißen, dass Garmisch in die 2. Liga aufsteigen will“, erinnert sich der 43-Jährige. „Ich wollte dem Verein dabei helfen, deswegen bin ich in die Oberliga gekommen.“

Der Tscheche war dem Verein dankbar dafür, dass er ihm 2011 den Schritt in die DEL 2 ermöglicht hatte. „Außerdem habe ich mich in Garmisch immer sehr wohl gefühlt. Ich habe zu meinem Agent gesagt, dass er immer den ersten Anruf nach Garmisch machen soll, wenn sie mich wollen und es keine Möglichkeit in der DEL gibt.“ Im Zentrum seiner Gedanken stand aber immer auch die Familie, mit der er aktuell in Peißenberg wohnt: „Ich wollte immer in Bayern in der Nähe meiner Familie sein, das war immer der wichtigste Punkt.“

Beim SC Riessersee war Dibelka zunächst auch Teil einer konkurrenzfähigen Mannschaft, die mit der Oberligaspitze mithalten konnte. „In den letzten zwei Jahren hat sich viel verändert. Der Verein wollte viele junge Spieler aufbauen. Das finde ich gut. Ich habe schon vor der Saison gewusst, dass es keine leichte Saison wird, als ich auf die anderen Mannschaften geschaut habe. Es war dann für mich keine große Überraschung, dass wir nicht irgendwo oben gestanden sind.“  Für Dibelka lag das Problem nicht in der Einstellung der Mannschaft:: „Die Jungs haben immer alles versucht. Vielleicht hat uns ein bisschen die Qualität gefehlt.“

Voller Vorfreude

Mit seinem Wechsel nach Peiting kommt der Routinier seiner Familie nun wieder deutlich näher. „Ich wollte immer nach Peiting zurückkehren. Das hat aber ein bisschen länger gedauert, weil ich immer in der höchstmöglichen Liga spielen wollte. Jetzt hat das geklappt. Ich habe auch noch andere Angebote gehabt, aber ich habe gewusst, dass ich nach Peiting gehen werde, wenn es möglich ist.“

Beim ECP engagiert sich Dibelka auch in der Nachwuchsarbeit. Erstmals tat er das vor sechs Jahren in Bad Tölz. „Ich mache das sehr gerne. Jede helfende Hand im Nachwuchs ist wichtig.“ Aktuell trainiert der Peitinger Rückkehrer, der sich während der vergangenen Saison eine Knieverletzung zuzog, vor allem auf dem Rad. Dibelka betont: „Ich freue mich total auf Peiting.“

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