Heimkehrer, Papas und ein 16-Jähriger: Die spannendsten Personalien bei den Heilbronner EC Falken
Pascal Widmann schaut nicht nur auf sich selbst, sondern hat auch die nächste Generation bereits im Blick. Foto: Webrandyou GmbH
Vor dem Spitzenspiel am Sonntag (17.30 Uhr) bei den HC Tigers sprechen wir mit Heimkehrer Pascal Widmann von den Heilbronner EC Falken über einige der spannendsten Personalien im Falkenkader.
Als wir Pascal Widmann am Samstagnachmittag zum Interview erreichen, kommt der 19-Jährige gerade von einer Einheit, die er als „kleines Auftakttraining“ bezeichnet. Vor dem Spiel gegen die HC Tigers am Sonntag wird es dann noch den sogenannten Pre-Game-Skate geben, bevor um 17.30 Uhr in der Messehalle Dornbirn der Puck zum Spitzenspiel in der Oberliga Süd fallen wird.
Beide Teams sind punktgleich auf den Plätzen drei und vier der Oberligatabelle, Heilbronn dürfte vor dem Spiel aber emotional obenauf sein, nachdem man am Freitag mit 5:1 gegen die Höchstadt Alligators gewann, während die HC Tigers in Füssen mit 4:5 nach Penaltyschießen verloren.
Eine besondere Geschichte
Gänzlich zufrieden war Falken-Trainer Jason O’Leary nach dem Höchstadt-Spiel allerdings nicht, auf der Pressekonferenz nach dem Spiel kritisierte er, sein Team habe zu viel auf dem Perimeter gespielt, also zu viel um den Slot herum. Eine der Geschichten des Spiels schrieb derweil der erst 16-jährige Förderlizenzspieler Maxim Hanzek, der sich in der dritten Reihe mit Falken-Heimkehrer Pascal Widmann abwechselte.
Der gebürtige Heilbronner zollt seinem drei Jahre jüngeren Verteidigerkollegen Respekt: „Er macht seine Sache gut. Er hat einen Vorteil durch seine Größe. Mit 16 Jahren bereits 1,90 Meter groß zu sein, ist nicht der Standard, sage ich jetzt mal. Er liest das Spiel gut und hat einen guten Abschluss und gestern hatte er auch den Zug zum Tor. Den hat er gesucht und wurde dafür auch belohnt.“ Mit einem Schuss von der blauen Linie bereitete Hanzek das 2:1 von Frédérik Cabana vor.
Die Bedeutung von Frédérik „Freddy“ Cabana für die Heilbronner EC Falken
Dieser erzielte gegen Höchstadt bereits seine Saisontore drei und vier, mit neun Scorerpunkten ist er zudem teamintern nach fünf Spielen der punktbeste Spieler, was auch insofern nicht überrascht, als dass er bereits in der Vorsaison der zweitbeste Punktesammler der Falken war.
„Er ist mit die größte Säule im Team und hilft auch charakterlich in der Kabine brutal viel. Er gibt uns jungen Spieler auch den richtigen Weg vor, den wir dann bestmöglich versuchen, einzuhalten. Auch für die mittleren bis älteren Spieler ist er ein Vorbild. Man merkt einfach, wenn man mit ihm auf dem Eis steht und wenn man mit ihm in der Kabine redet, dass man so viel von ihm lernen kann und dass er so viel Erfahrung hat. Er ist so ein bisschen mit Spurgeon der Papa im Team“, so Widmann.
Zwei Neuzugänge auf dem Weg anzukommen?
Sowohl Tyler Spurgeon als auch Chris Schutz gelang gegen Höchstadt der erste Saisontreffer. Für die beiden Neuzugänge dürfte dies ein wichtiger Schritt gewesen sein, um bei den Falken so richtig anzukommen. Trainer O’Leary deutete auf der Pressekonferenz an, dass beide zum Saisonstart möglicherweise etwas zu verkrampft waren und es zu sehr wollten.
Widmann meint: „Man hat schon vor allem beim Schutzi gesehen, dass es eine Erleichterung für ihn war, weil er vielleicht auch einen gewissen Druck hat, mit dem Scoring voranzugehen. Ich glaube, dieses Tor hat ihn schon sehr erleichtert. Bei Spurgeon ist es, glaube ich, genauso, obwohl er jetzt im Scoring vielleicht nicht dieselbe Rolle hat wie ein Schutzi.“
Viele Vorbilder
Widmann möchte die Erfahrung seiner Mitspieler nutzen: „Als junger Spieler kann und will man bestmöglich von den Spielern lernen, die so viel Erfahrung haben und so viele Spiele schon gemacht haben und einfach diesen Sport so sehr lieben, die seitdem sie auf dem Eis sind, wahrscheinlich noch nie irgendwas anderes gemacht haben.“ Bei Spurgeon und Cabana hebt der 19-Jährige die Ruhe und Spielübersicht hervor.
Er selbst achtet derweil logischerweise noch mehr auf seine Verteidigerkollegen anstatt auf die beiden routinierten Offensivspieler. Spieler wie Thomas Gauch oder Curtis Roach hat er im Blick. „Oder auch Corey Mapes. Er ist auch ein Spieler, der charakterlich und spielerisch immer vorangeht. Auch von ihm kann man sich einiges abschauen“, meint Widmann.
Wenn Träume wahr werden
Es scheint also viele Mitspieler zu geben, an denen sich Widmann orientieren kann, wobei er sich ja in Heilbronn eigentlich zurechtfinden sollte, ist es doch seine Heimatstadt und der Heimatverein, den sein Vater bereits seit 30 Jahren anfeuert. „Ich habe nicht wirklich eine lange Eingewöhnungszeit in Heilbronn gebraucht, weil ich das ja alles schon kenne“, bestätigt Widmann. „Ich trage mein Trikot mit Stolz, weil ich mir das als kleines Kind schon immer gewünscht habe und ich jetzt meinen Traum verwirklichen konnte.“
Als Dreijähriger begann Widmann mit dem Eishockey, mit zwölf wechselte er zu den Bietigheim Steelers. Am Ende der vergangenen Saison absolvierte er vier Spiele für die Falken als Förderlizenzspieler, nun steht er bei seinem Heimatverein fest unter Vertrag.
In besonderer Erinnerung bleibt Widmann sein erstes Spiel für die Heilbronner Falken im Februar gegen die Bayreuth Tigers: „Das Spiel ist unvergesslich für mich. Ich war ganz erschrocken, als mir Martin Jiranek, der damals Co-Trainer war, gesagt hat: Widmann, geh aufs Eis. Da stand es 0:0. Ich habe gedacht, er lässt mich erst aufs Eis, wenn wir zwei, drei Tore führen. Auf einmal schickt er mich beim 0:0 in der vierten Minute oder so aufs Eis und ich schaue ihn mit großen Augen an.“ Mit etwas Glück wurde sein zweiter Scheibenkontakt dann direkt zum Assist. „Das hat mich auch noch mal innerlich berührt und auch meinen Vater“, gibt er zu.
Zeit für die nächste Generation
Wenn Widmann über Eishockey redet, dann merkt man, wie viel ihm dieser Sport bedeutet. Dennoch weiß er, dass das Leben nach dem Eishockey weitergeht. Der Vater seines besten Freunds hat ein Autohaus, dort macht er aktuell eine Ausbildung. Auch eine Trainerlaufbahn ist für ihn denkbar. Sowohl beim „Kids Day“ als auch beim „Girls Day“ der Heilbronner Falken stand Widmann gemeinsam mit Malte Krenzlin auf dem Eis. Bei den Bietigheim Steelers hatte er ein FSJ absolviert und im Rahmen dessen unter anderem im Kindertraining geholfen. „Ich habe einfach Spaß dabei, mit Kindern zu arbeiten und ihnen den Spaß am Eishockey zu vermitteln“, erklärt Widmann. Vielleicht geht eines der Kinder, das Widmann betreut hat, ja irgendwann einen ähnlichen Weg wie er.
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