Heilbronner Falken: Franz Jokinen gedenkt Ex-Trainer und wichtigem Förderer

Franz Jokinen Heilbronner Falken

Franz Jokinen verbrachte zwar nur ein Jahr in der U20 der Düsseldorfer EG, doch der Verein blieb ihm in besonderer Erinnerung. Foto: Webrandyou GmbH

Nach dem überragenden Saisonstart seines Goalie-Kollegen erklärt uns Franz Jokinen, was Florian Mnich so stark macht. Der 20-Jährige von den Heilbronner EC Falken gewährt uns Einblicke in seine Entwicklung und gedenkt Andreas Niemietz, dem langjährigen Nachwuchstrainer der Düsseldorfer EG, der im vergangenen Jahr verstorben ist.

Ab heute geht es in der Eishockey Oberliga wieder richtig rund. Unter anderem für die Heilbronner EC Falken, die am Freitag (19.30 Uhr) auf die Tölzer Löwen treffen, ehe es am Sonntag (17.30 Uhr) mit einem Auswärtsspiel beim SC Riessersee weitergeht. Dabei ist die Ausgangslage der HEC Falken besser, als man es im Vorfeld vielleicht hätte denken können, denn aus den Spielen gegen den Deggendorfer SC und den ESV Kaufbeuren entführte man vier Punkte.

Fokus auf die Defensive 

Das liegt zum einen an einer sehr ordentlichen Defensivarbeit. Insgesamt ließ man, klammert man das Penaltyschießen gegen den DSC aus, nur zwei Gegentore zu. Dieser Umstand könnte auch mit dem neuen Trainer Jason O’Leary zusammenhängen, der nach dem Spiel gegen Kaufbeuren noch einmal betonte, seinen Fokus zunächst auf Struktur und das Spiel in der defensiven sowie neutralen Zone zu legen, ein Ansatz, der Goalie Franz Jokinen logischerweise gefällt.

Der 20-Jährige kam in den ersten beiden Spielen noch zu keinem Einsatz, verfolgt das Geschehen auf dem Eis aber natürlich aufmerksam und betont: „So etwas ist immer schön zu hören für einen Torhüter. Unser Team und unsere Defensive sind insgesamt sehr gut. Wir verteidigen gut. Das macht unseren Job einfacher als Torhüter.“

Der überragende Saisonstart von Florian Mnich

Einen gewichtigen Anteil am guten Saisonstart der Falken hat natürlich auch Goalie-Rückkehrer Florian Mnich, der mit Fangquoten von 97,8 sowie 95,5 Prozent in die Saison gestartet ist und dabei einen explosiven und schnellkräftigen Eindruck hinterließ. „Seine Positionierung ist sehr gut, er ist schnell und bleibt immer sehr ruhig“, hebt Jokinen hervor.

Ohnehin schwärmt der junge Deutsch-Finne von der Zusammenarbeit mit Mnich: „Wir haben eine tolle Chemie. Er ist ein netter Typ, mit dem ich mich sehr gut verstehe. Er gibt mir auch gute Tipps und zeigt mir, wie ich mein Spiel verbessern kann. Ich mag unsere Zusammenarbeit sehr.“ Klar ist aber auch: Die guten Leistungen von Mnich werden wohl kaum dazu führen, dass Jokinen mehr Spielzeit bekommt.

Die Vertragsverlängerung von Franz Jokinen

Von dieser hatte der 20-Jährige in der vergangenen Saison allerdings gar nicht mal so wenig: Insgesamt kam er auf 22 Spiele. Jokinen bildete ein Duo mit Patrick Berger („Er ist auch ein toller Typ, der sehr erfahren ist und mir gute Tipps gegeben hat.“) und kam laut „Elite Prospects“ auf eine Fangquote von 88,4 Prozent.

Die Frage, ob ihm bereits im Vorfeld seiner Vertragsverlängerung klar gewesen sei, dass nun mit der Rückkehr von Florian Mnich seine Einsatzzeiten schrumpfen könnten, umschifft der 20-Jährige wie ein Routinier: „Ich genieße meine Zeit hier und glaube, es war eine gute Idee, mindestens noch ein Jahr hier zu bleiben. Alle Leute hier sind sehr nett und auch die Fans sind großartig. Es war eine einfache Entscheidung, hier zu bleiben.“

Spielvorbereitung

An der Spielvorbereitung ändert sich durch seine Backup-Rolle derweil nichts, betont Jokinen, schließlich gebe es immer die Möglichkeit einer Verletzung, auch wenn er diese natürlich niemandem wünscht. Im Video wird die Spielweise des Gegners und insbesondere dessen Powerplay analysiert. „Im Spiel ist das aber immer ein bisschen was anderes, da ändert der Gegner oftmals auch etwas. Du kannst dich nicht auf alles vorbereiten, sondern musst auch dein eigenes Ding machen und dann schauen, was passiert“, erklärt Jokinen.

Die finnische Goalie-Ausbildung

Der 20-jährige Goalie hat aufgrund seines Vaters einen deutschen Pass, wuchs allerdings in Finnland auf und durchlief dort die finnische Goalie-Ausbildung. „Das Skating ist dort einer der wichtigsten Punkte, den sie dir beibringen, außerdem haben wird dort viel Stickhandling trainiert, was für einen Goalie eher ungewöhnlich ist. Aber das sind alles keine großen Dinge, sondern eher Details“, so Jokinen.

Ein „neuer“ Spielstil

Der aus der Kleinstadt Jämsä stammende Mittelfinne war kein Schnellstarter. Erst in seinem letzten Jahr rückte er in die erste Mannschaft seines Klubs JYP Jyväskylä auf, zuvor spielte er für die zweite Mannschaft, die den Namen Diskos Jyväskylä trägt. Mit 1,95 Metern hat Jokinen mittlerweile ein eher überdurchschnittliche Größe für einen Eishockey-Goalie erreicht, was auch Auswirkungen auf seinen Spielstil hat: „Als ich jünger war, spielte ich aggressiv. Aber jetzt, wo ich älter und größer bin, fühle ich mich besser, wenn ich nicht so weit aus dem Tor herauskomme. Dadurch komme ich auch schneller zurück in die Position.“

Ein Rechtshänder, der mit links fängt

Seine Größe führt auch dazu, dass Jokinen neben dem Skating, das ebenfalls noch verbesserungswürdig ist, viel an seiner Schnelligkeit arbeitet. Auch ihm ist bewusst, dass größere Torhüter oftmals langsamer sind. Interessant ist auch, dass er eigentlich Rechtshänder ist, im Eishockey aber dennoch mit links fängt, was auch dazu passt, dass er, wenn er mit seinen Freunden zum Beispiel auf einem finnischen Teich Eishockey spielt, auf der linken Verteidigungs- beziehungsweise Angriffsseite spielt. Gedanken darüber, dass er noch eine Karriere als Verteidiger oder Stürmer anvisiert, muss man sich aber nicht machen.

In Erinnerung an Andreas Niemietz

Doch zurück zum Karriereweg von Franz Jokinen: In der Saison 2023/24 spielte er für die U20 von KOOVEE Tampere, daraufhin entschied er sich für einen Wechsel in die U20 der Düsseldorfer EG. „Mein Vater ist Deutscher, deswegen habe ich einen deutschen Pass. Ich dachte, es sei eine gute Idee, nach Deutschland zu kommen. Dann kam Düsseldorf auf mich zu und meinte, dass es okay sei, wenn ich für eine Woche vorbeikomme für ein Tryout. Sie haben mir dann einen Platz im Team angeboten.“

In Düsseldorf habe er dann ein „tolles Jahr“ gehabt. Die U20-Liga in Deutschland sei „sehr professionell. Sie kümmern sich um dich und helfen dir, wenn du etwas brauchst. Das sind kleine Dinge, die sich aber am Ende nach großen Dingen anfühlen“, erinnert sich Jokinen. Was ihm besonders wichtig ist zu betonen: „Wir hatten einen sehr guten Goalie-Coach, der leider von uns gegangen ist.“ Gemeint ist Andreas Niemietz, der im Juli 2025, nach über 30 Jahren als DEG-Trainer in verschiedenen Funktionen, verstarb. 

Dir gefällt, was du hier liest?

Ich stecke viel Energie und Zeit in die Recherche und die Interviews für Logbuch Sport. Wenn dir meine Texte einen Mehrwert bieten, freue ich mich über eine freiwillige Unterstützung via Stripe oder PayPal. Damit hilfst du mir dabei, dieses Projekt langfristig weiterzuführen. Du hast Themenvorschläge oder eine spannende Geschichte, über die ich berichten soll? Schreib mir gerne an redaktion@logbuch-sport.de.

[Hier klicken: Support via Stripe – Betrag frei wählbar]

[Hier klicken: Support via PayPal – Betrag frei wählbar]