HC Tigers in der Oberliga Süd: Verblüffend schnell angekommen
Zurück im „Ländle“: Ben Grasser hat mit den HC Tigers schnell in der Oberliga Fuß gefasst. Foto: Raphael Sohm
Auch wenn im Spiel der HC Tigers noch deutliche Schwächen erkennbar sind, sind die Vorarlberger um Rückkehrer Ben Grasser verblüffend schnell in der Oberliga Süd angekommen. Woran das liegt und weshalb es noch viel zu verbessern gibt.
Der Saisonstart der HC Tigers in die Oberliga Süd kann sich wahrlich lassen: Siegen gegen Selb, Stuttgart und Passau steht nur die Niederlage im Bodensee-Duell gegen die Lindau Islanders gegenüber. „Ich denke definitiv, dass wir einen guten Start hingelegt haben, wenn man sich die ersten vier Spiele Revue passieren lässt. Wir haben sehr gute Comeback-Qualitäten bis jetzt gezeigt, weil wir die drei Siege immer nach einem Rückstand eingefahren haben. Deswegen kann man definitiv von einem erfolgreichen Start in die neue Liga reden“, meint auch Ben Grasser.
Der 22-Jährige steht mit seiner Geschwindigkeit und Intensität ein Stück weit stellvertretend für eine Mannschaft, die das aggressive Forechecking in der eigenen DNA verankert hat. Das eben genau diese Spielweise treu geblieben ist, ist für Grasser der zentrale Grund für den gelungenen Start in die Oberliga-Saison. Während die zugegebenermaßen etwas dünner besetzte Passauer Mannschaft am vergangenen Sonntag bei der 3:8-Niederlage gegen die Tigers teilweise etwas tiefer stand, setzte Dornbirn den Gegner gefühlt permanent unter Druck.
Eine Reihe, die Pluspunkte sammelt
Dies machte sich unter anderem für Ben Grasser bezahlt, der seine beiden Tore nach zwei solcher Forechecking-Situationen erzielte. Der gebürtige Vorarlberger war Teil einer neu zusammengestellten vierten Reihe, in der neben Grasser und Mathias Haiböck – die beiden spielen schon seit der Jugend zusammen – auch der deutlich erfahrenere Phillip Pöschmann auflief.
Die vierte Reihe, beziehungsweise Linie, wie die Österreicher offenbar sagen, machte gegen Passau auch abseits der Tore einen starken Eindruck. In der Anfangsphase hatte sie einen erheblichen Anteil daran, dass Dornbirn viel Puckbesitz hatte und den Gegner direkt unter Druck setzen konnte. Wahrscheinlich war dies dann auch der Grund, warum Trainer Märt Eerme die vierte Reihe auch im weiteren Verlauf des Spiels noch auffällig oft aufs Eis schickte.
Eine große Schwachstelle
Auch weil sich die Tigers im zweiten Drittel, in dem sie ein 1:3 in ein 5:3 drehten, bemerkenswert effizient präsentierten, war der 8:3-Sieg trotz 30:45 Torschüssen aus Vorarlberger Sicht verdient. Probleme hatte man allerdings nach Puckverlusten im Angriffsdrittel. Mit präzisen langen Passen hebelte Passau Dornbirn wiederholt aus und sorgte so für einige gefährliche Breakaway-Situationen. Als guter Rückhalt präsentierte sich aber Lorenz Widhalm: Der Dornbirner Goalie stand am Ende bei einer Fangquote von 93,3 Prozent. Sich alleine auf einen guten Goalie zu verlassen, dürfte langfristig allerdings nicht die beste Strategie sein.
Das Problem wurde bei den Tigers erkannt, im Team-Meeting wurde es von vielen Spielern angesprochen, wie Grasser verrät. Er erklärt: „Das war bis jetzt in jedem Spiel ein großes Thema bei uns, dass wir im Forechecking das Risiko ein bisschen besser abschätzen müssen. Soll der dritte Mann noch reingehen oder soll der Verteidiger pinchen? Oder soll man den Angriff abbrechen und lieber defensiv spielen?“ Es sind Fragen, die sich schon nach dem 2:6 gegen Lindau stellten, als man ebenfalls zu oft auf eine ähnliche Art und Weise ausgehebelt wurde. „Es ist sehr wichtig, dass wir das in den Griff kriegen“, betont Grasser. Im Training bei den Fünf-gegen-Fünf-Shifts beobachtete der 22-Jährige dann schon mal, dass sicherer und mit weniger Risiko gespielt wurde. Dies gelte es nun ins Spiel zu übertragen.
EV Füssen und Heilbronner EC Falken als nächste Gegner
Die nächsten Möglichkeiten dazu bieten die Spiele beim EV Füssen (Freitag, 19.30 Uhr) und gegen die Heilbronner EC Falken (Sonntag, 17.30 Uhr). Auf den EV Füssen trafen die HC Tigers bereits in einem Saisonvorbereitungsspiel, das Füssen im Penaltyschießen gewann, obwohl Dornbirn einen 0:2-Rückstand aufholte. „Füssen ist eine Mannschaft mit sehr großgewachsenen Spielern, die sehr körperbetont ist. Da müssen wir einfach schauen, dass wir, vor allem in einem Auswärtsspiel, die ersten zehn Minuten einfaches Eishockey spielen, nicht zu viel forcieren in der offensiven Zone, um dann eben nicht diese Konter einzufahren, auf die sie wahrscheinlich spekulieren werden“, so Grasser. Auch wenn er Heilbronn noch nicht so gut einschätzen kann, glaubt er: „Wenn wir unser Spiel spielen und das Problem mit den Kontern auslöschen können, dann sind wir zuversichtlich, dass wieder ein erfolgreiches Wochenende vor uns steht.“
Über Ben Grasser
Ben Grasser, 22, stammt aus der Jugend von VEU Feldkirch, wo er schon in jungen Jahren die Spiele der Profimannschaft verfolgte, die bis 2022 in der Alps Hockey League spielte. „Vier Mannschaften aus Vorarlberg haben in einer Liga gespielt. Das war einfach ein Highlight, jede Woche war dann gefühlt schon fast ein Derby. Es gibt nichts Schöneres“, erinnert er sich an diese Zeit zurück.
Der Sportmanagementstudent, der aktuell den in Österreich verpflichtenden Wehrdienst beim Bundesheer absolviert, wechselte 2019 nach Linz. In Oberösterreich erlebte er die Gründung der Eishockey Akademie Oberösterreich mit. „Die Akademie ist sehr gut. Wir hatten dreimal in der Woche Frühtraining und eine spezielle Versorgung, zum Beispiel mit Masseuren und Physios. Schon im Jugendalter ein Profileben so vorgelebt zu bekommen und diese Unterstützung zu kriegen, ist sicher ein Unterschied zu anderen Nachwuchsvereinen oder Nachwuchsakademien, die vielleicht kleiner sind und die das noch nicht so haben“, glaubt Grasser.
Im vergangenen Jahr schloss sich der Vorarlberger Flügelstürmer den HC Tigers an. „Das war der beste Schritt für mich, um wieder zu Hause zu sein. Im Ländle kenne ich mich aus, deswegen war das einfach der perfekte Schritt für mich, wieder zurückzukommen“, betont er. Mit sechs Toren und acht Assists war Grasser in der vergangenen Saison direkt unter den Top zehn der teaminternen Topscorerliste. Weitere Punkte und Siege sollen folgen.
Der Saisonstart der HC Tigers in die Oberliga Süd kann sich wahrlich lassen: Siege gegen Selb, Stuttgart und Passau steht nur die Niederlage im Bodensee-Duell gegen die Lindau Islanders gegenüber. „Ich denke definitiv, dass wir einen guten Start hingelegt haben, wenn man sich die ersten vier Spiele Revue passieren lässt. Wir haben sehr gute Comeback-Qualitäten bis jetzt gezeigt, weil wir die drei Siege immer nach einem Rückstand eingefahren haben. Deswegen kann man definitiv von einem erfolgreichen Start in die neue Liga reden“, meint auch Ben Grasser.
Der 22-Jährige steht mit seiner Geschwindigkeit und Intensität ein Stück weit stellvertretend für eine Mannschaft, die das aggressive Forechecking in der eigenen DNA verankert hat. Das eben genau diese Spielweise treu geblieben ist, ist für Grasser der zentrale Grund für den gelungenen Start in die Oberliga-Saison. Während die zugegebenermaßen etwas dünner besetzte Passauer Mannschaft am vergangenen Sonntag bei der 3:8-Niederlage gegen die Tigers teilweise etwas tiefer stand, setzte Dornbirn den Gegner gefühlt permanent unter Druck.
Eine Reihe, die Pluspunkte sammelt
Dies machte sich unter anderem für Ben Grasser bezahlt, der seine beiden Tore nach zwei solcher Forechecking-Situationen erzielte. Der gebürtige Vorarlberger war Teil einer neu zusammengestellten vierten Reihe, in der neben Grasser und Mathias Haiböck – die beiden spielen schon seit der Jugend zusammen – auch der deutlich erfahrenere Phillip Pöschmann auflief.
Die vierte Reihe, beziehungsweise Linie, wie die Österreicher offenbar sagen, machte gegen Passau auch abseits der Tore einen starken Eindruck. In der Anfangsphase hatte sie einen erheblichen Anteil daran, dass Dornbirn viel Puckbesitz hatte und den Gegner direkt unter Druck setzen konnte. Wahrscheinlich war dies dann auch der Grund, warum Trainer Märt Eerme die vierte Reihe auch im weiteren Verlauf des Spiels noch auffällig oft aufs Eis schickte.
Eine große Schwachstelle
Auch weil sich die Tigers im zweiten Drittel, in dem sie ein 1:3 in ein 5:3 drehten, bemerkenswert effizient präsentierten, war der 8:3-Sieg trotz 30:45 Torschüssen aus Vorarlberger Sicht verdient. Probleme hatte man allerdings nach Puckverlusten im Angriffsdrittel. Mit präzisen langen Passen hebelte Passau Dornbirn wiederholt aus und sorgte so für einige gefährliche Breakaway-Situationen. Als guter Rückhalt präsentierte sich aber Lorenz Widhalm: Der Dornbirner Goalie stand am Ende bei einer Fangquote von 93,3 Prozent. Sich alleine auf einen guten Goalie zu verlassen, dürfte langfristig allerdings nicht die beste Strategie sein.
Das Problem wurde bei den Tigers erkannt, im Team-Meeting wurde es von vielen Spielern angesprochen, wie Grasser verrät. Er erklärt: „Das war bis jetzt in jedem Spiel ein großes Thema bei uns, dass wir im Forechecking das Risiko ein bisschen besser abschätzen müssen. Soll der dritte Mann noch reingehen oder soll der Verteidiger pinchen? Oder soll man den Angriff abbrechen und lieber defensiv spielen?“ Es sind Fragen, die sich schon nach dem 2:6 gegen Lindau stellten, als man ebenfalls zu oft auf eine ähnliche Art und Weise ausgehebelt wurde. „Es ist sehr wichtig, dass wir das in den Griff kriegen“, betont Grasser. Im Training bei den Fünf-gegen-Fünf-Shifts beobachtete der 22-Jährige dann schon mal, dass sicherer und mit weniger Risiko gespielt wurde. Dies gelte es nun ins Spiel zu übertragen.
EV Füssen und Heilbronner EC Falken als nächste Gegner
Die nächsten Möglichkeiten dazu bieten die Spiele beim EV Füssen (Freitag, 19.30 Uhr) und gegen die Heilbronner EC Falken (Sonntag, 17.30 Uhr). Auf den EV Füssen trafen die HC Tigers bereits in einem Saisonvorbereitungsspiel, das Füssen im Penaltyschießen gewann, obwohl Dornbirn einen 0:2-Rückstand aufholte. „Füssen ist eine Mannschaft mit sehr großgewachsenen Spielern, die sehr körperbetont ist. Da müssen wir einfach schauen, dass wir, vor allem in einem Auswärtsspiel, die ersten zehn Minuten einfaches Eishockey spielen, nicht zu viel forcieren in der offensiven Zone, um dann eben nicht diese Konter einzufahren, auf die sie wahrscheinlich spekulieren werden“, so Grasser. Auch wenn er Heilbronn noch nicht so gut einschätzen kann, glaubt er: „Wenn wir unser Spiel spielen und das Problem mit den Kontern auslöschen können, dann sind wir zuversichtlich, dass wieder ein erfolgreiches Wochenende vor uns steht.“
Über Ben Grasser
Ben Grasser, 22, stammt aus der Jugend von VEU Feldkirch, wo er schon in jungen Jahren die Spiele der Profimannschaft verfolgte, die bis 2022 in der Alps Hockey League spielte. „Vier Mannschaften aus Vorarlberg haben in einer Liga gespielt. Das war einfach ein Highlight, jede Woche war dann gefühlt schon fast ein Derby. Es gibt nichts Schöneres“, erinnert er sich an diese Zeit zurück.
Der Sportmanagementstudent, der aktuell den in Österreich verpflichtenden Wehrdienst beim Bundesheer absolviert, wechselte 2019 nach Linz. In Oberösterreich erlebte er die Gründung der Eishockey Akademie Oberösterreich mit. „Die Akademie ist sehr gut. Wir hatten dreimal in der Woche Frühtraining und eine spezielle Versorgung, zum Beispiel mit Masseuren und Physios. Schon im Jugendalter ein Profileben so vorgelebt zu bekommen und diese Unterstützung zu kriegen, ist sicher ein Unterschied zu anderen Nachwuchsvereinen oder Nachwuchsakademien, die vielleicht kleiner sind und die das noch nicht so haben“, glaubt Grasser.
Im vergangenen Jahr schloss sich der Vorarlberger Flügelstürmer den HC Tigers an. „Das war der beste Schritt für mich, um wieder zu Hause zu sein. Im Ländle kenne ich mich aus, deswegen war das einfach der perfekte Schritt für mich, wieder zurückzukommen“, betont er. Mit sechs Toren und acht Assists war Grasser in der vergangenen Saison direkt unter den Top zehn der teaminternen Topscorerliste. Weitere Punkte und Siege sollen folgen.
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