Fabian Nifosi vom EV Füssen: „Kreativität gehört zu meinem Spiel“

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Fabian Nifosi stammt aus der Jugend der Tölzer Löwen und war in der vergangenen Saison größtenteils als Förderlizenzspieler beim Herner EV im Einsatz. Foto: Benjamin Seis

Über drei Spielzeiten verteilt absolvierte Fabian Nifosi 55 Spiele als Förderlizenzspieler für den EV Füssen. Nun gehört der 22-Jährige fest zum Oberliga-Kader. Im Interview mit Logbuch Sport spricht er über seine neue Rolle, erklärt seinen variablen Spielstil und reflektiert seine Stationen in der DEL2.

Herr Nifosi, Sie spielten bereits in drei Saisons als Förderlizenzspieler für den EV Füssen. Fühlt es sich anders an, nun ein fester Bestandteil der Mannschaft zu sein?

Ja, definitiv. Es ist schon ein anderes Gefühl, jetzt nicht nur als Förderlizenzspieler dazuzukommen, sondern fester Bestandteil der Mannschaft zu sein. Ich freue mich sehr darauf, jetzt wirklich komplett zum Team zu gehören, meinen Teil beizutragen und gemeinsam mit den Jungs eine erfolgreiche Saison zu spielen.

Sie waren in Salzburg, Kaufbeuren, Bad Nauheim, Herne und in Füssen aktiv. Wo haben Sie sportlich am meisten gelernt?

Ich konnte an jeder Station etwas mitnehmen und jede Erfahrung hat mich auf ihre Art weitergebracht. Wenn ich aber eine Station hervorheben müsste, dann ist Kaufbeuren schon ganz vorne dabei. Dort habe ich sportlich sehr viel gelernt, gerade was Tempo, Professionalität und die tägliche Arbeit betrifft. Gleichzeitig haben mich aber auch die anderen Stationen geprägt, weil man überall unterschiedliche Rollen, Erwartungen und Situationen erlebt.

Sie haben über mehrere Jahre immer wieder DEL2-Einsätze bekommen. Hatten Sie irgendwann das Gefühl, kurz vor dem Durchbruch in der DEL2 zu stehen?

Natürlich hofft man als Spieler immer darauf, sich dauerhaft auf diesem Niveau festzuspielen. Ich habe versucht, jeden Tag mein Bestes zu geben, mich weiterzuentwickeln und positiv auf das Team einzuwirken. Am Ende gehören im Sport aber viele Faktoren dazu. Für mich war und ist wichtig, aus jeder Situation etwas mitzunehmen und weiter an mir zu arbeiten.

Sie beschreiben Ihren Wechsel zum EV Füssen als „Neustart“. Wieso konnten Sie sich aus Ihrer Sicht beim ESV Kaufbeuren und beim EC Bad Nauheim nicht dauerhaft etablieren?

Manchmal passt es im Sport einfach nicht so, wie man es sich vorstellt. Es gibt immer verschiedene Gründe, warum es an einer Station nicht dauerhaft funktioniert. Ich möchte da auch gar nicht zu sehr zurückschauen oder etwas negativ bewerten. Für mich war jede Station eine Erfahrung, aus der ich etwas mitnehmen konnte. Den Wechsel nach Füssen sehe ich jetzt als Chance, mich weiterzuentwickeln, Verantwortung zu übernehmen und mich in einem Umfeld festzusetzen, in dem ich mich wohlfühle und der Mannschaft helfen kann.

Sie haben beim ESV Kaufbeuren bereits mit Daniel Jun zusammengearbeitet. Welche Rolle hat er bei Ihrem Wechsel zum EV Füssen gespielt?

Dass wir uns bereits aus der gemeinsamen Zeit in Kaufbeuren kennen, hat den Wechsel sicher einfacher gemacht. Man weiß ungefähr, wie der andere arbeitet und was er erwartet. Das gibt einem als Spieler ein gutes Gefühl. Ich freue mich darauf, wieder mit ihm zusammenzuarbeiten und gemeinsam mit dem Team an unseren Zielen zu arbeiten.

Im Rahmen der Bekanntgabe Ihres Transfers zum EV Füssen haben Sie gesagt, dass Ihnen die verschiedenen Rollen und Ligen gezeigt haben, worauf es ankommt. Was waren die wichtigsten Erkenntnisse, die Sie mitgenommen haben?

Ich habe gelernt, dass es nicht nur darum geht, welche Rolle man gerade hat, sondern wie man diese Rolle annimmt. Man muss Verantwortung übernehmen, geduldig bleiben, auch wenn das nicht immer leicht ist, und trotzdem immer weiterarbeiten. Wichtig ist für mich auch, das Team an erste Stelle zu setzen. Am Ende zählt nicht nur, was man selbst macht, sondern was man für die Mannschaft einbringt.

Sie beschreiben Ihre Spielweise als variabel. Kritiker könnten einwenden, dass diese Vielseitigkeit manchmal auf Kosten der Konstanz geht, speziell bei riskanten Pässen im Spielaufbau. Wie arbeiten Sie daran, Ihre Variabilität zu nutzen, ohne die nötige Sicherheit in Ihrem Spiel zu vernachlässigen?

Ich versuche immer, die richtige Balance zu finden. Kreativität gehört zu meinem Spiel, und ich möchte auch Lösungen finden, mit denen ich der Mannschaft helfen kann. Gleichzeitig weiß ich, dass gerade in bestimmten Situationen Sicherheit sehr wichtig ist. Daran arbeite ich: die richtige Entscheidung im richtigen Moment zu treffen und nicht unnötig Risiko zu nehmen. Am Ende steht für mich immer das Wohl der Mannschaft im Vordergrund.

Woran werden Sie im Frühjahr 2027 erkennen, ob der Wechsel zum EV Füssen die richtige Entscheidung war?

Wenn wir als Mannschaft erfolgreich waren, ich meinen Teil dazu beitragen konnte und wir am Ende mehr Grund zum Feiern als zum Ärgern hatten, dann war der Wechsel die richtige Entscheidung. Für mich gehört dazu auch, dass man als Team zusammenwächst und die richtige Mischung aus Spaß und harter Arbeit findet. Ohne diese Balance funktioniert keine Mannschaft dauerhaft. Ich bin optimistisch, dass wir genau das in Füssen schaffen können.

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