Hitziger Auftakt in die Pre-Playoffs: EV Landshut besiegt Düsseldorfer EG mit 4:1
Tor Immo – hier im Spiel gegen die Blue Devils Weiden – erzielte in Spiel 1 der Pre-Playoff-Serie gegen die Düsseldorfer EG ein Tor und bereitete ein weiteres Tor vor. Foto: Christine Vincon
Der EV Landshut ist mit einem verdienten 4:1-Erfolg gegen die Düsseldorfer EG in die Pre-Playoffs gestartet. In schwierigen Momenten hatte die Mannschaft von Trainer Uwe Krupp immer eine Antwort parat.
Es läuft die Schlussphase des ersten Drittels in der Pre-Playoff-Partie zwischen dem EV Landshut und der Düsseldorfer EG: Julian Kornelli hatte den EVL in Überzahl mit 2:0 in Führung gebracht, es war nun an den Gästen, das Spiel zu übernehmen. Dies gelang ihnen aber keineswegs, stattdessen taumelte Düsseldorf gewaltig. Tobias Lindberg vergab mit der Rückhand die erste große Chance zum 3:0, die zweite leitete er kurz darauf höchstselbst ein, als er mit einem Querpass Cornelli freispielte. Cornelli traf das halbverweiste Tor nicht, weil Kevin Maginot mit seinem Schläger dazwischenfunkte. Doch eines war offensichtlich: Der EV Landshut war an diesem Abend hungrig.
Dabei dürfte der EVL nicht gerade mit übermäßigem Selbstvertrauen ins Spiel gegangen sein, schließlich ist der Klub getrost als eine der großen Enttäuschungen der DEL2-Hauptrunde zu bezeichnen. Glücklicherweise gilt dasselbe auch für die DEG. Denn während Landshut ein 1:6 bei den Kassel Huskies am abschließenden Hauptrunden-Spieltag verdauen musste, kassierte die Düsseldorfer EG eine 0:5-Pleite bei den Lausitzer Füchsen. Zu allem Überfluss fehlte dem DEL-Absteiger in Landshut dann auch noch Nicholas Baptiste, der erst im Februar für den verletzten Yushiroh Hirano nachverpflichtet wurde. Zudem ist Lucas Lessio (Unterkörperverletzung) für den Rest der Saison raus. Erik Brown wechselte in die zweite Reihe, neben Erik Bradford setzte DEG-Trainer Harry Lange in Reihe eins auf Kevin Marx Norén und Kevin Orendorz.
Trevor Gooch verlängert seinen Vertrag bis 2028
Einen ersten Stimmungsaufheller lieferte der EV Landshut seinen ohnehin lautstarken Fans bereits vor dem Puck-Drop. Es wurde bekanntgegeben, dass Trevor Gooch seinen Vertrag um zwei Jahre bis ins Jahr 2028 verlängert. Der 31-jährige US-Amerikaner lieferte in der Hauptrunde 24 Toren und 29 Assists und war damit der zweitbeste Scorer der Niederbayern.
Viel Action und einige sehenswerte Szenen
Die ersten Abschlüsse hatten dann aber die Gäste. Nach einem waghalsigen Ausflug von EVL-Goalie Jonas Langmann grätschte Kapitän Andreas Schwarz entscheidend dazwischen. Mitte des ersten Drittels erarbeiteten sich dann aber die Gastgeber ihre erste Druckphase, die Tor Immo mit seinem Treffer zum 1:0 (11.) krönte. Dem Schweden wurde auf dem Weg zum Tor aber dermaßen viel Zeit und Raum angeboten, dass er unterwegs auch noch einen Tee hätte schlürfen können.
Immerhin Leon Niederberger setzte für die Gäste immer wieder offensive Akzente, so auch in der 17. Spielminute, als er Immo in Unterzahl die Scheibe abluchste, jedoch im eins-gegen-eins mit EVL-Goalie Langmann den Kürzeren zog. Bezeichnend für dieses Spiel war die Reaktion des EV Landshut: In Überzahl brachte Trevor Gooch die Scheibe zu Julian Kornelli, der mit seinem äußerst platzierten Schuss auf 2:0 stellte. Die oben skizzierte Druckphase überstand die Düsseldorfer EG dann relativ glücklich ohne weiteren Gegentreffer.
Doch der achtmalige deutsche Meister schlug im zweiten Drittel zurück. Zunächst nur in Person von Erik Brown, der sich einen Faustkampf mit Jesse Koskenkorva lieferte, dann aber auf der Anzeigetafel. Leon Niederberger verkürzte in der 28. Spielminute mit seinem von Jakob Mayenschein abgefälschten Schuss auf 1:2. Erneut konterten die Niederbayern das gegnerische Aufbäumen in Windeseile. David Rundqvist leitete den Treffer zum 3:1 (31.) mit einem sehenswerten Pass bäuchlings auf dem Eis liegend ein. Tobias Lindberg passte weiter auf den 19-jährigen Verteidiger Finn Serikow, der die Scheibe mit einem satten One-Timer im Kasten versenkte. In der Schlussphase des zweiten Spielabschnitts kam Düsseldorf unter anderem durch Michael Clarke noch einmal zu Chancen, doch Langmann erwischte einen guten Abend.
Rudelbildungen, Schubsereien, Faustkämpfe
In der Drittelpause brachte DEG-Stürmer Erik Bradford im Interview mit dem übertragenden Sender Sporteurope.TV seinen Unmut über die Leistung der DEG zum Ausdruck: „Es ist kein gutes Spiel von uns. Du kannst kein Tor abgeben, so schnell, nachdem du das Momentum gewonnen hast.“
Dieses Momentum konnte sich sein Team im dritten Drittel dann zu keinem Zeitpunkt mehr erarbeiten. Stanislav Dietz hätte nach drei Minuten bereits auf 4:1 erhöhen können. Dies erledigte kurz darauf Lindberg, der am langen Pfosten einen Schuss von Immo entscheidend ins Tor lenkte. In der Schlussphase kam der Partie jeglicher Spielfluss abhanden. Stattdessen: Rudelbildungen, Schubsereien, Faustkämpfe, beinahe im Minutentakt.
Unterschiedliche Wahrnehmungen bei der Düsseldorfer EG
Nach der Partie sprach DEG-Stürmer Leon Niederberger davon, dass die DEG „kein schlechtes Spiel gemacht“ habe und lobte EVL-Goalie Langmann. Sein Trainer Harry Lange sprach auf der Pressekonferenz hingegen von einem „verdienten“ Sieg des EV Landshut: „In den ersten zehn Minuten war das Spiel sehr ausgeglichen. Wir haben uns dann ein, zwei Fehler im Aufbau erlaubt und blöde Strafen genommen. Im zweiten Drittel sind wir gut zurückgekommen, geben dann aber ein unnötiges Gegentor ab. Wir haben nicht konstant genug gut gespielt.“ Eine Einschätzung, die deutlich näher an der Realität liegen dürfte als jene von Leon Niederberger.
Der EV Landshut führt in der Best-of-three-Serie mit 1:0 und kann am Freitag (ab 19.30 Uhr, PSD Bank Dome) bereits das Ticket für das Viertelfinale lösen.
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