Die nächsten Kooperationen und einige Kanada-Importe: Die Eishockey-Woche

Joshua Baron Tölzer Löwen

Joshhua Baron komplettiert den Kader der Tölzer Löwen. Foto: Philipp Schmitz

Es gibt neue Kooperationen im deutschen Eishockey und auch ansonsten war in dieser Woche von der DEL über die DEL2 bis hin zur Oberliga viel los. Zugegeben: Die Zusammenfassung ist etwas länger ausgefallen – die Eishockey-Woche hatte aber auch einiges zu bieten.

Aus DEL-Konkurrenten werden Kooperationspartner. Der EC Bad Nauheim und die Krefeld Pinguine machen künftig gemeinsame Sache. Talentierte Spieler aus Krefeld sollen so per Förderlizenz die Möglichkeit bekommen, in der DEL2 Spielpraxis zu bekommen. Bad Nauheim wird zudem seine Kooperation mit dem Herner EV aufrecht erhalten, aber auch eine neue Zusammenarbeit mit den Höchstadt Alligators eingehen. Schon vor einer Woche gab Nordoberligist EHC Neuwied eine neuerliche Kooperation mit den Jungadlern Mannheim bekannt. Eine solche Zusammenarbeit gab es bereits, als Neuwied letztmals in der Oberliga spielte.

Percy und Jatkola: Krefeld Pinguine rüsten sich für die DEL

Bei den Krefeld Pinguinen, dem EC Bad Nauheim und dem Herner EV gab es in der vergangenen Woche darüber hinaus auch Personalnews. DEL-Aufsteiger Krefeld gab die Verpflichtungen von Stuart Percy und Juha Jatkola bekannt. Der 33-jährige Defensivallrounder Percy machte in der NHL zwölf Spiele für die Toronto Maple Leafs, die ihn 2011 im NHL-Draft in der ersten Runde auswählten. Der Kanadier spielte in den vergangenen fünf Saisons in Tschechien, zuletzt für HC Plzeň.

In der Saison 2020/21 spielte Percy übrigens in Finnland, dem Heimatland des neuen Pinguine-Goalies Juha Jatkola. Dieses wird der 23-Jährige, der in der vergangenen Saison für Kouvolan Kiekko-65 spielte, eishockeytechnisch nun zum ersten Mal verlassen. Der Krefelder Cheftrainer, Thomas Popiesch, zeigte sich in der Pressemitteilung höchst erfreut über den Neuzugang: „Juha ist ein junger, hungriger Torhüter mit Entwicklungspotenzial, was uns sehr wichtig war. Trotz seines Alters bringt er schon einiges an Erfahrung aus seinen vier Saisons in der ersten finnischen Liga mit, wo er sein Können bereits unter Beweis stellen konnte. Er zeichnet sich vor allem durch seine Ruhe und seine Technik aus und passt mit seinem Ehrgeiz perfekt in unsere Philosophie.“

EC Bad Nauheim findet Koch-Ersatz, Herne holt Hamburger

Auch Kooperationspartner EC Bad Nauheim gab in der vergangenen Woche weitere Personalien bekannt: Weil Stürmer Davis Koch aus persönlichen Gründe nicht nach Bad Nauheim zurückkehren wird, verpflichtete der Tabellen-13. der vergangenen DEL2-Hauptrunde Cedric Schiemenz von den Blue Devils Weiden. Kevin Gaudet, der Trainer der Roten Teufel, bezeichnet den Ex-Spieler der Schwenninger Wild Wings und der Düsseldorfer EG als „flexiblen und spielstarken deutschen Mittelstürmer“. Er ergänzt: „Cedric ist ein extrem intelligenter Zwei-Wege-Spieler, der sowohl defensiv diszipliniert arbeitet als auch im Spielaufbau gute Akzente setzt. Er kennt die Liga bestens und bringt genau die richtige Einstellung mit.“

Um die Kooperationsthematik abzuschließen, blicken wir nun auf den Nord-Oberligisten Herner EV, der nicht  „nur“ seine Kooperation mit dem EC Bad Nauheim verlängert hat, sondern auch die Verpflichtung des Hamburger Centers Gianluca Balla bekannt gab. Der 29-Jährige spielte in der Saison 2016/17 seine erste komplette Saison in der Oberliga Nord für den EHC Timmendorfer Strand und wurde nach dieser als „Rookie des Jahres“ ausgezeichnet. Über die Crocodiles Hamburg, die IceFighters Leipzig, die Rostock Piranhas und zuletzt die Hammer Eisbären kommt Balla nun nach Herne.

„Er bringt viel Erfahrung mit und auch seine Skills werden uns weiterhelfen. Er ist stark am Puck, torgefährlich und verfügt über eine sehr gute Übersicht. Außerdem hat er in Hamm in den vergangenen Jahren seine Leadership-Qualitäten in den Playoffs bereits unter Beweis stellen können. Auch diese Erfahrungen soll er nach Herne mitbringen“, betont HEV-Trainer Lenny Soccio.

Was war sonst noch los in der DEL?

Nicht nur aus Krefeld gab es in dieser Woche personelle Neuigkeiten, sondern auch andere DEL-Vereine gehen die letzten Schritte im Personalverkündungsmarathon. Die Straubing holen den 29-jährigen Centers Jean-Christophe „J.C.“ Beaudin. Neben 22 Spielen für die Ottawa Senators stehen auch insgesamt 106 Spiele für die Grizzlys Wolfsburg (2022-24) in dessen Vita. Nach einem Jahr in Finnland spielte der Kanadier zuletzt für HK Sochi in der KHL.

„J.C. ist ein vielseitiger und sehr intelligenter Center, der unsere Liga bereits kennt. Er kann in unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden, arbeitet verantwortungsvoll in beide Richtungen und verfügt gleichzeitig über gute offensive Fähigkeiten. Mit seiner Erfahrung aus verschiedenen starken Ligen wird er uns zusätzliche Qualität geben“, so Jason Dunham, der Sportliche Leiter der Straubing Tigers.

Vom Süden der Republik gehen wir weiter an die Nordsee zu den Fischtown Pinguins Bremerhaven, die Alex Broadhurst verpflichtet haben. Ähnlich wie Beaudin spielte der US-Amerikaner zuletzt in Russland. Vier Saisons war er dort unter Vertrag, zuletzt drei bei Amur Khabarovsk. Eine weitere kleine Parallele zu Beaudin: Auch Broadhurst lief bereits in der NHL auf, machte zwei Spiele für die Columbus Blue Jackets und auch er ist Center, in der Russland kam er auf 40 und 62 Assists in 212 KHL-Spielen.

Nun also Bremerhaven, nun also die DEL, wo er die Kaderplanungen der Fischtown Pinguins abschließt. Der Center, der für sein „hervorragendes Spielverständnis“ von den Verantwortlichen gelobt wird, erwartet aktuell ein Kind. Der 33-Jährige klingt in der Verkündung des Wechsels beinahe euphorisch: „Die Vereinsführung war während des gesamten Prozesses äußerst hilfsbereit gegenüber mir und meiner Familie. Ich wollte zu einem Team wechseln und in eine Stadt ziehen, in der meine junge Familie und ich uns wohlfühlen und Teil einer großartigen Gemeinschaft sein können. Ich kann es kaum erwarten, dort anzukommen und diesem Team auf jede erdenkliche Weise zu helfen.“

Beachtenswert sind auch die neuesten Entwicklungen beim ERC Ingolstadt: Mit Mike Kelly verpflichtete der Tabellenfünfte der vergangenen DEL-Hauptrunde einen erfahrenen Co-Trainer, der zwischen 2014 und 2023 Assistenztrainer in der NHL war. 2018 erreichte er mit den Vegas Golden Knights das Stanley Cup-Finale, 2021 wurde er mit Kanada Weltmeister.

ERC-Sportdirektor Mike Reagan verrät: „Er erfüllt das von uns gesuchte Profil sehr gut und war darüber hinaus vor gut zwei Jahren schonmal in Ingolstadt zu Gast.“ Zwischen 1999 bis 2002 arbeitete Kelly als Co-Trainer und Assistant General Manager unter ERC-Trainer Mark French. Der 66-Jährige betont in der Pressemitteilung des Vereins, wie wichtig die Beziehungen zu den Spielern aus seiner Sicht sind. Neuigkeiten gibt es auch aus dem ERC-Unterbau: Tobias Berger wird neuer Head of Coaches für den Nachwuchsbereich.

DEL2: Dresdner Eislöwen mit Transferdoppelschlag

Auch im Trainerteam der Dresdner Eislöwen tut sich erneut etwas: Riku-Petteri Luoma wird neuer Goalie- und Videocoach der Sachsen. Der 26-Jährige kommt von KeuPa HT, aus der zweiten finnischen Liga, zu den Eislöwen. Und was tut sich auf dem Eis? Dort wird künftig Jan Nijenhuis stürmen. Der 24-jährige Münchner absolvierte vier Länderspiele für die deutsche A-Nationalmannschaft und spielte für die Grizzlys Wolfsburg, die Eisbären Berlin und der ERC Ingolstadt in der DEL. Bei den Ravensburg Towerstars arbeitete er bereits mit Eislöwen-Coach Bohuslav Šubr zusammen, der ihn als vielseitig und läuferisch stark bezeichnet. 

Von den Steinbach Black Wings Linz kommt der kanadische Verteidiger Ryan MacKinnon zu den Eislöwen. Der 31-Jährige spielte zuvor in der AHL, ECHL und in der Slowakei und gilt als vielseitiger Spieler. Im Rahmen der Verkündung hat MacKinnon auch direkt einen Funfact parat: Trainer Subr spielte einst für die Summerside Western Capitals, als sein Vater dort Mitbesitzer des Klubs war.

Was war sonst noch los in der DEL2?

Benjamin Zietek erhält nach seiner schweren Knieverletzung, die er Ende vergangenen Jahres erlitt, einen Tryout-Vertrag bei den Bietigheim Steelers. Der 32-Jährige spielte bereits zwischen 2016 und 2023 bei den Bietigheim Steelers und kehrte 2025 dorthin zurück. In ein zweites aufeinanderfolgendes Jahr geht auch Jeremy Bracco. Der 29-Jährige US-Amerikaner sammelte in der vergangenen Saison 29 Punkte in 28 Hauptrundenspielen für die Eisbären Regensburg.

In der DEL2 war es definitiv die Woche der Vertragsverlängerungen, denn auch der EV Landshut, EHC Freiburg und Memmingen Indians verkündeten solche. Landshut geht mit dem 21-jährigen Stürmer Lukas Gaus in die dritte gemeinsame Saison. Erst im Februar kehrte Stürmer Christoph Kiefersauer zum EHC Freiburg zurück, nun hat er einen neuen Vertrag unterzeichnet. Der 28-Jährige bringt „Qualität und Tiefe in unsere Offensive“, lobt Simon Danner, der Sportliche Leiter der Breisgauer. Kiefersauers 20-jähriger Stürmerkollege Milan Klein, ein physischstarkes Eigengewächs, bleibt dem Verein ebenfalls erhalten.

Komplett ist derweil der Kader der Memmingen Indians, die den Vertrag mit dem 30-jährigen Verteidiger Patrick Kurz verlängert haben. Der gebürtige Augsburger bringt die Erfahrung aus über 400 Zweitligaspielen mit und soll mit seiner unaufgeregten Abwehrarbeit ein Erfolgsfaktor des DEL2-Aufsteigers bleiben. Einen Abgang vermelden die Blue Devils Weiden. Neal Samanski verlässt den Verein nach fünf Jahren.

Oberliga Süd: Passau holt Kanada-Duo

Ihre ersten beiden Importstellen haben die Passau Black Hawks belegt. Der Südoberligist verpflichtet die Kanadier Alex Blais und Grady Hobbs. Blais, 22, war in der vergangenen Saison mit 12 Toren und 49 Assists Topscorer der Stuttgart Rebels und soll nun Kreativität und Laufstärke in das Offensivspiel der Black Hawks bringen. Sein 26-jähriger Landsmann Hobbs kommt ebenfalls von einem Ligakonkurrenten: Bei den Erding Gladiators sammelte Hobbs 41 Scorerpunkte. Nun soll er in Passau eine Führungsrolle übernehmen.

Was war sonst noch los in der Oberliga Süd?

228 DEL2-Spiele hat Max Hops bereits vorzuweisen, nun wechselt der 23-Jährige von den Krefeld Pinguinen zurück zum ESV Kaufbeuren. ESVK-Geschäftsführer Tobias Peukert freut sich über die Rückkehr des Lindauers: „Er ist ein kreativer und technisch versierter Stürmer, der sowohl als Mittel- als auch als Außenstürmer gleichermaßen gut einsetzbar ist und unser Spiel auf jeden Fall bereichern wird.“

Unter der Überschrift „Von der DEG nach ‚DEG‘“ verkündete der Deggendorfer SC die Verpflichtung von Daniel Assavolyuk, der in der vergangenen Saison drei Treffer für Düsseldorf erzielte. Der 22-jährige gebürtige Kasache wird vom Sportlichen Leiter Ibo Weißleder neben seiner Geschwindigkeit auch für Einstellung und Arbeitsmoral gelobt.

Die Tölzer Löwen haben ihren Kader für die Saison 2026/27 komplettiert. Goalie Joshua Baron, ein echtes Eigengewächs, wird als dritter Torhüter lizenziert. Der 23-Jährige, der sich nach einer Verletzung aktuell im Aufbautraining befindet, spielt auch als U11-Trainer eine wichtige Rolle im Verein. Geschäftsführer Fabian Schlager bezeichnet ihn als „sehr pflichtbewussten und verantwortungsvollen Menschen“.

Ebenfalls aus der Tölzer Jugend stammt Goalie-Kollege Alexander Rose, der in der vergangenen Saison mit den Eagles Essen-West Regionalliga-Meister und nun einen Vertrag bei den Selber Wölfen unterschrieb. Die Verantwortlichen in Selb attestieren dem 21-Jährigen „großes Potenzial“. Mit Daniel Ulrich trifft Rose in Selb übrigens auf einen Mitspieler, den er bereits aus Schwenningen kennt.

Nach einem Jahrzehnt bei den Eisbären Regensburg und einer Saison beim EC Bad Nauheim wechselt Xaver Tippmann zu den Stuttgart Rebels. Der 29-jährige Verteidiger soll mit seiner Zweikampfstärke und seinem Einsatz ein wichtiger Orientierungspunkt für die jüngeren Spieler der Stuttgart Rebels werden und dem Verein dabei helfen, die anfällige Defensive zu stabilisieren.

Oberliga-Neuling HC Tigers verliert Kapitän Julian Zwerger. Der 29-Jährige möchte seinen Fokus künftig auf seine Familie legen. Im Mai bekam Zwerger Nachwuchs.  Mit Luis Ludin verkündeten die Vorarlberger aber auch einen Neuzugang. Ludin, 25 aus Innsbruck, spielte in den vergangenen beiden Saisons für die Heilbronner Falken, in der vergangenen Saison kam er auf 12 Tore und 20 Assists. Außerdem kam er für die Bietigheim Steelers in der DEL2 zum Einsatz. Update: Am Sonntag verkündeten die Tigers die Verpflichtung des offensivstarken Verteidigers Gustav Lindström, der aus Schweden nach Vorarlberg kommt. 

Oberliga Nord: Afonin wechselt zu den Hammer Eisbären

Daniil Afonin wechselt von den Boston Jr. Bruins aus der NCDC zu den Hammer Eisbären. Der 20-jährige in Kasachstan geborene Deutsch-Russe wurde bei den Adler Mannheim ausgebildet, spielte zwischenzeitlich für die Düsseldorfer EG in der DNL und die Moskitos Essen in der Oberliga Nord, ehe er nach Nordamerika wechselte. 

„Er bringt eine gute Technik und eine Übersicht mit, ebenso kann er für uns als Center als auch auf den Flügelpositionen spielen, was uns eine enorme Flexibilität verleiht. Außerdem ist er mit einer Förderlizenz für die Kassel Huskies ausgestattet“, erklärt Cheftrainer Tobias Stolikowski, warum der Verein den 1,79 Meter großen Stürmer, der bei Molot Hamburg mit dem Eishockey begann, verpflichtete. 

Was war sonst noch los in der Oberliga Nord?

Die Icefighters Leipzig haben den Vertrag mit  Jesper Alasaari verlängert. Der 30-jährige Verteidiger aus Schweden war 2024 vom EHC Lustenau nach Leipzig gekommen, nachdem er zuvor in Großbritannien und Dänemark gespielt hatte. Alasaari war in den vergangenen beiden Saisons jeweils der punktbeste Verteidiger bei den Sachsen.

Interessant ist die Einschätzung von IceFighters-Geschäftsführer André Schilbach, der betont, Alasaari sei „ein zentraler Baustein in unseren Planungen für die neue Saison. In unseren gemeinsamen Gesprächen haben wir die letzte Saison intensiv und offen ausgewertet. Für einen Leistungsträger wie ihn ist es entscheidend, dass er konstante Leistungen auf dem Eis zeigt und auch in der Kabine eine Führungsrolle einnimmt. Diese Herausforderung nimmt Jesper an und seine Erfahrung und seine Fähigkeiten werden ein wesentlicher Schlüssel für den Erfolg in dieser neuen Saison sein – auch angesichts unseres recht jungen Teams.“

Von den Herford Ice Dragons kommt Mika Hupach zu den Rostock Piranhas. Der 21-jährige Düsseldorfer, der in der vergangenen Saison von einer Verletzung ausgebremst wurde, wurde in der RB Hockey Academy ausgebildet und geht nun in seine bereits dritte Oberliga-Saison. Filip Stopinski und Walther Klaus verlassen die Piranhas hingegen.

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