Weiden geht ins Risiko, Memmingen baut um, Landshut holt Goalie: Die DEL2-Woche
Stepan Lukes freut sich auf seine erste Station im Ausland: „Ich weiß, dass der EVL ein Traditionsclub mit sehr reicher Geschichte und einem
hervorragenden Ruf ist.“ Foto: EV Landshut
Weiden geht auf der Führungsebene ins Risiko, der EV Landshut und Memmingen schlagen auf dem Torhüter-Markt zu und Dresden sendet ein deutliches Signal an die Konkurrenz: Die DEL2-Woche in der Übersicht.
Nach einer enttäuschenden Saison 2025/26, die beinahe im Abstieg endete, stellen sich die Blue Devils Weiden auf zentralen Positionen neu auf. David Matsos wurde als neuer Cheftrainer präsentiert. Der 52-jährige Kanadier hat eine erfolgreiche Spielerkarriere hinter sich, gewann WM-Silber, spielte später auch zwei Saisons in Bad Nauheim. Als Trainer wurde er in Großbritannien 2008 und 2009 Meister, wechselte daraufhin nach Kanada, wo er in der hochklassigen Juniorenliga OHL coachte. Zwischen 2023 und 2025 war Matsos als Trainer in der Greater Ontario Junior Hockey League (GOJHL) tätig, kehrte in der vergangenen Saison aber wieder als Co-Trainer in die OHL zurück. Teampräsident Stephan Seeger kennt Matsos laut eigener Aussage seit zwölf Jahren, arbeitete mit ihm an mehreren Eishockeyprojekten. Matsos sei ein visionärer Typ, ein Meister der Spielerentwicklung, taktisch äußerst versiert und verfüge über eine charismatische Persönlichkeit.
Für Diskussionen sorgt unterdessen, dass Stephan Seeger Jr., der Sohn des Teampräsidenten, zum Sportlichen Leiter der Blue Devils ernannt wurde. Und tatsächlich: Angesichts der geringen Erfahrung ist die Ernennung durchaus bemerkenswert. Stephan Seeger Jr. absolvierte erst 2023 seine Ausbildung zum General Manager und Scout am Sports Management Worldwide Institute. 2024 begann Stephan die Saison in der BCHL als Associate Coach der Powell River Kings an der Seite von Stanley-Cup- und Hall-of-Fame-Mitglied Glenn Anderson. Im weiteren Verlauf übernahm er dort die Position des Cheftrainers und General Managers, die er bis 2026 ausübte.
Der Verein betont, dass Seeger Jr. während seiner Ausbildung vom ehemaligen General Manager der Boston Bruins, Harry Sinden, betreut wurde. Außerdem wird die Arbeitsmoral des ehemaligen DEL2-Spielers in der Pressemitteilung der Blue Devils hervorgehoben. Durch die Entscheidungen auf Führungsebene gerät beinahe in den Hintergrund, dass Conner McLeod, der dritte Goalie der Blue Devils, bei den Oberpfälzern bleibt.
Memmingen setzt doppelt auf Erfahrung
Auch bei den Memmingen Indians war in dieser Woche viel los: Zuerst verkündete der Verein die Abgänge von zehn Spielern aus der Meistermannschaft, namentlich die Goalies Basti Flott-Kucis und Louis Eisenhut, die Verteidiger Bernhard Ettwein, Robert Peleikis, Connor Blake und Maxi Menner sowie die Angreifer Brett Ouderkirk, Timo Gams, Sam Verelst und Jayden Schubert. Natürlich trugen insbesondere die Kontingentspieler zum Erfolg des Teams bei: Ouderkirk war in der abgelaufenen Saison mit 73 Punkten der zweitbeste Punktesammler des Clubs in der Hauptrunde. Blake sammelte 52 Punkte in 72 Spielen und legte den entscheidenden Treffer im Finale gegen den Deggendorfer SC auf.
Routinier Dominik Meisinger bleibt hingegen bei den Memmingen Indians. Mit Michael Bitzer verpflichteten die Indians zudem einen erfahrenen Goalie. Der 32-jährige Deutsch-Amerikaner verspricht sich in Memmingen mehr Spielzeit als in Schwenningen und soll laut Sven Müller, dem Sportlichen Leiter der Indians, Druck von Justus Roth nehmen. Der 21-Jährige wird nämlich in seine erste Saison in der DEL2 gehen.
Landshut holt Goalie
Auf der so wichtigen Goalie-Position gibt nun auch der EV Landshut seine Planungen preis. Mit Stepan Lukes kommt ein 30-jähriger Torhüter aus Tschechien zum EVL, der allerdings einen deutschen Pass bekommen soll und damit das Ausländerkontingent nicht belasten wird. „Er ist ein erfahrener, sehr gut ausgebildeter, technisch starker Torhüter, der sehr viel Ruhe ausstrahlt und unserem Team den nötigen Rückhalt geben wird“, erzählt Max Brandl, der Sportliche Leiter des EV Landshut. Ähnlich wie in Memmingen wird es auch in Landshut ein Torhüter-Gespann aus Erfahrung und Jugend geben. Lukes´ Goalie-Kollege Philipp Dietl ist erst 21 Jahre alt und soll von Lukes lernen. Verteidiger Dylan Plouffe und Stürmer David Rundqvist verlassen den EV Landshut hingegen.
Spannende Neuzugänge in Bietigheim und Rosenheim
Die Bietigheim Steelers hatten in der Vorwoche bereits Tim Kehler, zuvor als Co-Trainer in Schwenningen aktiv, als neuen Cheftrainer vorgestellt. In dieser Woche wurde nun der spielstarke Verteidiger Steven Raabe als Neuzugang präsentiert. Raabe, 24, bekam bereits als 17-Jähriger bei den Grizzlys Wolfsburg die Chance in der DEL zu spielen und lief in den vergangenen beiden Saisons für die Krefeld Pinguine in der DEL2 auf.
Bereits zu Wochenbeginn verkündeten die Starbulls Rosenheim die Verpflichtung von Keaton Mastrodonato, einem 25-jährigen Kanadier von Greenville Swamp Rabbits aus der drittklassigen, nordamerikanischen ECHL. Allerdings hat Mastrodonato auch 38 Spiele in der zweitklassigen AHL vorzuweisen. Starbulls Head Coach Jari Pasanen jedenfalls ist begeistert, lobt Mastrodonato für dessen Torgefahr, Physis und Mentalität.
In Regensburg endet eine Ära, Freiburg schaut in die Schweiz
Kevin Slezak und Constantin Ontl haben derweil ihre Verträge bei den Eisbären Regensburg verlängert. Jakob Weber verlässt den Verein nach acht Jahren. Eisbären-Geschäftsführer Peter Holmgren bedankt sich in der Pressemitteilung des Vereins: „Mit Jakob verbinden uns viele gemeinsame Jahre mit zahlreichen schönen Momenten, großen Erfolgen, aber auch einigen schwierigen Phasen, die wir gemeinsam erlebt haben. Ich durfte selbst über viele Jahre mit ihm zusammenspielen und kenne deshalb seinen Weg und seinen Charakter sehr gut. Er hat immer alles für die Eisbären gegeben und sich über die Jahre sportlich wie persönlich weiterentwickelt. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken.“
Die Wölfe Freiburg haben Andreas Döpfner vom EHC Winterthur aus der zweiten Schweizer Liga verpflichtet. Döpfner, der neben der Schweizer auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, ist offensiv flexibel einsetzbar und soll Kreativität ins Spiel der Breisgauer bringen. Wenig los war in dieser Woche bei den Ravensburg Towerstars. Der Verein kommunizierte lediglich, dass Thomas Reichel in seine zweite Saison seines Zwei-Jahres-Vertrags gehen wird.
Die weiteren Vereine im Schnelldurchlauf
Die Lausitzer Füchse nehmen Brett Humberstone und David Rundqvist unter Vertrag. Zwei-Wege-Verteidiger Humberstone spielte zuletzt eine starke Saison für den Deggendorfer SC, Center Rundqvist soll seine Erfahrung und Spielintelligenz einbringen. Nachdem Alex Heinrich seine aktive Karriere bei den Hannover Scorpions beendet hat, wird er nun bei den Kassel Huskies Teamkoordinator. Der 21-Jährige Leon Willerscheid, der zuletzt für die Füchse Duisburg spielte, komplettiert das Torhüter-Trio der Huskies.
Wir bleiben in Hessen, wo der EC Bad Nauheim bekannt gab, dass Justin MacPherson, Christopher Fischer und Andrej Bires den Verein verlassen werden. Mit Pierre Preto kommt ein vielseitiger und ehrgeiziger Stürmer aus Regensburg. Die Düsseldorfer EG hat derweil den 19-jährigen Flügelstürmer Levi Holzhausen aus der DNL-Mannschaft der Krefelder Pinguine verpflichtet. Der 1,88 Meter große Holzhausen gilt als guter Skater. Die Eispiraten Crimmitschau und der 21-jährige Stürmer Johannes Schmid halten sich die Treue und gehen gemeinsam in die neue Saison.
Für großes Aufsehen sorgten die Dresdner Eislöwen. Der DEL-Absteiger verpflichtete die Zwillinge Tylor und Tyson Spink von den Schwenninger Wild Wings. Damit senden die Eislöwen früh ein deutliches Signal an die Konkurrenz.
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