Spektakel in Kaufbeuren, Verspätung in Bietigheim
Am 46. Spieltag der DEL2 siegen die Starbulls Rosenheim mit 7:4 beim ESV Kaufbeuren. Das Spiel der Bietigheim Steelers gegen die Eisbären Regensburg verzögert sich um 37 Minuten. Nach der 2:5-Niederlage seines EHC Freiburg bei den Lausitzer Füchsen übt Trainer Juraj Faith deutliche Kritik.
ESV Kaufbeuren – Starbulls Rosenheim 4:7 (0:2, 1:4). In einem spektakulären DEL2-Spiel setzte sich der Favorit letztendlich durch, weil die Gäste im ersten Drittel durch C. J. Stretch und Maximilian Adam ihre Überzahlsituationen eiskalt ausnutzten und sich Kaufbeuren in der Folge zu viele individuelle Fehler erlaubte, was ESV-Trainer Leif Carlsson stark verärgerte. Allerdings spielte Rosenheim die eigene Qualität auch sehr stark aus. Stretch setzte Lukas Laub mit einem sensationellen Chip-Pass im zweiten Drittel perfekt in Szene, woraufhin dieser ESV-Goalie Daniel Fießinger umkurvte und zum 3:0 einschob. Fabien Dietz erhöhte im Slot auf 4:0.
Darauf sah Leif Carlsson „einige gute Wechsel“ inklusive Anschlusstreffer von Vadim Schreiner in Überzahl. Gäste-Coach Jari Pasanen sah zwar eine gute Partie seines Teams, musste sich dann aber über die vielen Strafen seines Teams ärgern. In der 4. Minute des Schlussdrittels wirkte seine Defensive dann gänzlich schläfrig, als Philipp Krening in Unterzahl auf 2:4 verkürzte. Krening war es auch, der zwei Minuten später Nicolaus Heigl in Szene setzte. Heigls 3:4 wurde wiederum von Ville Jarvelainen gekontert. Javerlainen, clever eingesetzt von Lukas Laub, erzielte im Nachschuss das 5:3. Teemu Pulkinnen hämmerte die Scheibe zum 6:3 in die Maschen, die Treffer von Krening (4:6) und Feser ins leere Netz (4:7) waren nur noch Ergebniskosmetik. „Sechs Gegentore zu Hause sind drei zu viel“, ignorierte ESV-Coach Carlsson den Empty-Neter.
Letztlich bleibt das Fazit, das beide Vereine aktuell wenig gemeinsam haben. Eines aber schon: Der nächste Gegner heißt Kassel. Die Starbulls empfangen die Hessen am Dienstag um 19.30 Uhr, die „Buron Joker“ müssen am Freitag zum Tabellenzweiten.
Bietigheim Steelers – Eisbären Regensburg 3:0 (2:0, 2:0). Mit einem Sieg im direkten Duell sind die Bietigheim Steelers an den Eisbären Regensburg vorbeigezogen. Kurios: Das Spiel begann mit 37-minütiger Verspätung, weil es Probleme mit einem Türsegment der Plexiglasbande gab.
Doch zum Sportlichen: Die vielen Einzelgespräche mit Brett Kemp haben sich für Steelers-Coach Alexander Dück ausgezahlt. Der Kanadier unterstrich gegen die Eisbären Regensburg erneut seine Bedeutung für sein Team, erzeilte alle drei Tore. Mit einem Handgelenkschuss in der 7. Spielminute und einem One-Timer in der 10. Spielminute stellte er die Weichen früh auf Heimsieg, wenn man diese Redewendung bei einer solchen Verspätung im Deutsch Bahn-Stil überhaupt verwenden darf.
Jedenfalls machte Kemp im dritten Drittel nach Zuspiel von Marek Racuk per Kontertor das vorentscheidende 3:0. Alexander Dück, immer auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten, musste eingestehen: „Heute kann ich nur gute Sachen aussprechen. Die Jungs haben top gespielt.“ Gäste-Coach Peter Flache befand: „Das erste Drittel war meiner Meinung nach ziemlich ausgeglichen. Bietigheim hatte mehr Schüsse, trotzdem waren unsere Chancen da. Für mich war der Unterschied heute unsere Überzahl. Leider konnten wir kein Tor schießen, auch nicht im fünf-gegen-drei.“ Besser machen können es die Niederbayern am Freitag gegen die Blue Devils Weiden, Bietigheim trifft auf Crimmitschau.
Krefeld Pinguine – EV Landshut 3:1 (1:0, 2:0). Trotz öffentlicher Botschaft von Kapitän Andreas „Blacky“ Schwarz geht der Negativtrend des EV Landshut weiter, zumindestens ergebnistechnisch. Beim Tabellenführer zeigte der EVL trotz angespannter Personalsituation allerdings eine ordentlich Leistung.
Dabei hatte das Spiel für die Gäste denkbar ungünstig begonnen: In der zweiten Spielminute zog Leonhard Korus von der blauen Linie aus ab, Alexander Weiß drückte die Scheibe im Nachstochern zum 1:0 über die Linie. In der 16. Minute des zweiten Drittels verhinderte EVL-Goalie Philip Dietl mit einer spektakulären Parade gegen Mathew Santos zunächst das 2:0, musste zwei Minuten später dann aber doch hinter sich greifen, als Carl Konze den Puck aus spitzem Winkel durch seine Beine drückte. Im dritten Spielabschnitt fälschte Santos einen Schuss von Philip Gogulla zum 3:0 ab, bevor Jesse Koskenkorva nach Zuspiel von Tor Immo noch auf 1:3 verkürzte. Das war der Schlusspunkt. Beide Teams hatten im Verlauf des Spiels allerdings genügend Chancen für weitere Treffer.
EVL-Trainer Uwe Krupp, der vom Vorstand öffentliche Rückendeckung erhielt, sagte nach der Partie: „Wir haben kein schlechtes Spiel gegen eine sehr gute Mannschaft gemacht.“ Im Auswärtsspiel bei der Düsseldorfer EG am kommenden Freitag soll dann auch das Ergebnis passen.
Kassel Huskies – Ravensburg Towerstars 6:1 (3:0, 4:0). Einen gebrauchten Tag erwischten die Ravensburg Towerstars in Kassel. Bereits im ersten Drittel setzte sich der Tabellenzweite mit 3:0 ab. Tristen Keck traf dreifach. Zunächst per Breakaway, dann mit einem Handgelenksschuss ins Kreuzeck und zum Abschluss mit einem starken Move im eins-gegen-eins mit Towerstars-Schlussmann Ilya Sharipov zeigte er seine ganze Klasse. Aus dem Forecheck heraus traf Hunter Garlent im zweiten Drittel zum 4:0. Dominic Turgeon mit dem zweiten Nachschuss und Tyler Benson nach Fehlpass von Phillip Mass schraubten das Ergebnis im Schlussabschnitt auf 6:0 nach oben. Simon Sezemskys Ehrentreffer in der Schlussminute hatte keine Bedeutung mehr.
Gäste-Trainer Bohuslav Subr wirkte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel verwundert über die Leistung seines Teams. „Sie waren das bessere Team heute. Wir waren einfach nicht bereit genug, um mit einem Topteam mitzuhalten, haben schon früh im Spiel zu viele Fehler gemacht.“ Die „defensive Struktur“ gilt es am Freitag zu verbessern, ansonsten droht die zweite Niederlage in Folge.
Lausitzer Füchse – EHC Freiburg 5:2 (0:0, 4:1). Nach dem 1:0-Sieg gegen die Kassel Huskies hat der EHC Freiburg bei den Lausitzer Füchsen einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Die Mannschaft von Trainer Juraj Faith kassierte drei Unterzahltore, diese machten aus Sicht des Wölfe-Trainers „den Unterschied“. Das zwischenzeitliche 1:2 von Shwan O´Donnell in eigenem Überzahlspiel und das späte 2:5 von David Trinkberger konnte die löchrige Defensive der Gäste nicht kaschieren, entsprechen gemischt fiel das Fazit des Wölfe-Trainers aus: „Ich denke wir haben kein schlechtes Spiel gemacht, wir hatten auch unsere Torchancen“, so Faith, der aber kritisierte: „Außerdem brauche ich mehr von unseren Stürmern in der defensiven Zone. Wenn wir erfolgreich sien wollen in diesem Spiel – und das war ein Playoff-Spiel bereits – müssen wir selbstloser sein. Wir müssen als Team arbeiten.“ Gegen Tabellenführer Krefeld am kommenden Freitag dürfte dies umso wichtiger sein. Im Kampf um den Klassenerhalt zählt jeder Punkt.
Blue Devils Weiden – EC Bad Nauheim 3:1 (0:0, 0:0). Dies gilt natürlich auch für die Blue Devils Weiden und für den EC Bad Nauheim. Im direkten Duell zogen die Oberpfälzer an den Hessen vorbei. Die Blue Devils gingen in der 50. Spielminute durch Zachary Tsekos per Shorthander in Führung. Entscheidenden Anteil am Treffer hatte Fabian Voit, der nach eigenem Puckgewinn die Vorlage lieferte.
In der 16. Minute des dritten Drittels kommt Neal Samanski hinter dem Gästetor an die Scheibe, legt auf Paul Vinzens ab, der den Puck im Tor versenkt. Eineinhalb Minuten später verkürzte Davis Koch auf Zuspiel von Jordan Hickmott zwar auf 1:2, doch Noah Samanski entschied die Partie mit einem Empty-Neter kurz vor Spielende. Weiden kann nun mit einem guten Gefühl zum Auswärtsspiel in Regensburg (Freitag, 20 Uhr) fahren.
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