Vom NHL-Coup bis zum „Alpen-Cup“: Die DEL-Woche

Phillip Sinn EHC München

Kurvt künftig auf nordamerikanischem Eis: Münchens Verteidiger Phillip Sinn verlässt die Deutsche Eishockey-Liga (DEL). Foto: Red Bull München / City-Press GmbH

Der EHC Red Bull München gibt Phillip Sinn an die San Jose Sharks ab, holt aber Dominik Kahun zurück. Der Auslosung der Champions Hockey League sorgt für interessante Aufgaben für die deutschen Vertreter und auch einige weitere DEL-Vereine veröffentlichen Kadernews und ihre Pläne für die Saisonvorbereitung. Die DEL-Woche in der  Übersicht.

Neben dem Ausscheiden der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft war es die große Eishockey-Meldung der vergangenen Woche: Phillip Sinn wechselt vom EHC Red Bull München zu den San Jose Sharks. Der 22-jährige deutsche Nationalspieler kämpft dort um einen Platz in der NHL, könnte alternativ aber auch für die San Jose Barracuda auflaufen. Die Barracuda sind das Farmteam der Sharks in der AHL.

Sinn wurde in Mannheim geboren, wechselte 2018 aber aus der Adler-Jugend zur Red Bull Hockey Academy. Über den EC Red Bull Salzburg kam er 2025 zum Schwesterverein nach München. Der junge Verteidiger hat dort in der vergangenen Saison 46 DEL-Spiele absolviert. „Dieser Traum, der sich für mich jetzt ermöglicht, wäre ohne die jahrelange Unterstützung der Red Bull Eishockey Organisation nicht in Erfüllung gegangen. Ich bin unendlich dankbar für jeden Einzelnen, der mir bis hierhin geholfen hat. Ein Riesendank und großer Respekt gelten natürlich auch allen Fans und ihrem unermüdlichen Support in den letzten Jahren – sowohl in München als auch in Salzburg“, lässt sich Sinn in der Pressemitteilung des EHC Red Bull München zitieren. 

Dominik Kahun kehrt zum EHC Red Bull München zurück

Während ein vielversprechendes Talent den Verein verlässt, kommt mit Dominik Kahun ein dreimaliger deutsche Meister in die bayerische Landeshauptstadt zurück. Der 30-Jährige spielte zwischen 2014 und 2018 bereits in München, bevor er für die Chicago Blackhawks, Pittsburgh Penguins, Buffalo Sabres und Edmonton Oilers insgesamt 188 NHL-Spiele absolvierte, in denen er 83 Scorerpunkte sammelte. Seit 2021 spielte Kahun in der Schweiz, zunächst für den SC Bern und dann für den Lausanne HC.

Seine Vorstellung verbindet er direkt mit einer Kampfansage: „Es fühlt sich wie ein großes und emotionales Homecoming an. Es ist der perfekte Zeitpunkt für mich und meine Familie hier Wurzeln zu schlagen. Ich empfinde Stolz und unfassbar viel Vorfreude, wieder hier zu sein und in München spielen zu können. Ich bekomme schon Gänsehaut, wenn ich an mein erstes Spiel in der für mich neuen Arena denke und daran, wieder vor den Fans das Eis zu betreten. Ich habe große Ziele mit dem Club und ich glaube, ich spreche für das ganze Team, wenn ich sage: Ich will hier wieder einen Pokal in die Luft stemmen.“

Bei diesen Meldungen wird es eher zur Randnotiz, dass die Münchner bekanntgaben, ihr erstes Testspiel am 16. August bei den Steinbach Black Wings Linz auszutragen. 

Die Adler Mannheim und die Champions Hockey League

Weitaus weniger spektakulär ist das, was sich bei den Adler Mannheim in dieser Woche tat. Felix Noack kommt von den Blue Devils Weiden nach Nordbaden, komplettiert das Goalie-Trio um Maximilian Franzreb und Jake Hildebrand.

Die Auslosung der Champions Hockey League (CHL) ergab derweil, dass sich die Adler-Fans unter anderem auf ein Heimspiel gegen den schwedischen Meister Skellefteå freuen dürfen. Mit Växjö kommt zudem ein weiteres schwedisches Topteam in die SAP Arena. Gegen den polnischen Vertreter GKS Tychy stehen die Chancen auf einen Heimsieg auf dem Papier deutlich besser. Auswärts sind die Adler bei den Bordeaux Boxers (Frankreich), in Kouvola (Finnland) und beim frisch gekrönten, erstmaligen Schweizer Meister Fribourg-Gottéron gefordert.

Kölner Haie gegen den Titelverteidiger, Berlin hat Losglück

Sogar mit dem CHL-Titelverteidiger Frölunda Göteborg haben es die Kölner Haie zu tun. Außerdem gibt es gegen Tappara Tampere ein Wiedersehen mit Ex-Haie-Coach Kari Jalonen und mit Servette Genf wartet ein starker Vertreter aus der Schweiz. Gegen die österreichischen Vertreter Klagenfurt und Salzburg sowie den dänischen Meister Herning müssen Siege her.

Während die Adler vier und die Haie drei Gegner aus den starken Ligen in Schweden, Finnland und der Schweiz zugelost bekamen, trifft der deutsche Meister aus Berlin, der de Vorteil hatte in Topf A auf den HC Davos und Servette Genf. Die österreichischen Mannschaften Graz, Klagenfurt und Salzburg machen die CHL-Kampagne des Rekordmeisters beinahe zu einer Art „Alpen-Cup“, zu dem sich auch noch Herning hinzugesellt hat.

Straubing Tigers und Nürnberg Ice Tigers

Nicht nur der EHC Red Bull München hat die Teilnahme an der Champions Hockey League knapp verpasst, sondern auch die Straubing Tigers. Die Niederbayern haben den Vertrag mit Stürmer Danjo Leonhardt, der aus der vergangenen Saison sieben Tore und 22 Assists in 45 Hauptrundenspielen vorweisen kann, verlängert. Der energetische und temporeiche Angreifer kam 2024 aus Nürnberg an den Pulverturm.

Die Ice Tigers lotsen den 27-jährigen kanadischen Verteidiger Chris Jandric aus Ingolstadt nach Franken. Ice Tigers-Sportdirektor Stefan Ustdorf scheint sich darüber bewusst zu sein, dass die Verpflichtung ein gewisses Risiko mit sich bringt: „Chris Jandric ist ein Spieler, den ich über einen längeren Zeitraum beobachtet habe. Er hat eine schwierige Saison hinter sich, aber wie bei vielen Spielern vor ihm glaube ich, dass sein zweites Jahr in Europa besser werden wird. Was ich von ihm in Nordamerika gesehen habe, stimmt mich sehr zuversichtlich für eine gute Saison in Nürnberg.“

Wolfsburg plant mit Hafenrichter, Pinguine holen Hauf zurück

Eine vorzeitige Vertragsverlängerung vermelden die Grizzlys Wolfsburg. Der 21-jährige Verteidiger Leo Hafenrichter, dessen Arbeitspapier noch bis 2027 lief, unterschrieb einen Kontrakt, der bis ins Jahr 2029 gültig ist. Geschäftsführer und Sportdirektor Karl-Heinz Fliegauf hebt die Intelligenz des gebürtigen Nürnbergers, der 2025 vom EHC Freiburg in die Autostadt wechselte, hervor.

Nur ein Jahr älter als Hafenrichter ist Flügelstürmer Luca Hauf, der in der kommenden Saison in seiner Geburtsstadt Krefeld spielen wird. Hauf stammt aus der Krefelder Jugend, spielte zwischenzeitlich aber bei den Löwen Frankfurt und in der nordamerikanischen Nachwuchsliga WHL, ehe er in der vergangenen beiden Saisons für den ERC Ingolstadt und per Förderlizenz für die Ravensburg Towerstars spielte.

Vereine veröffentlichen Vorbereitungsprogramm

Der Aufsteiger hat derweil auch seinen Plan für die Saisonvorbereitung veröffentlicht. Am 21. und 22. August steht ein Vorbereitungsturnier in Landshut auf dem Programm. Am 30. August folgt die Saisoneröffnung mit einem Testspiel gegen die Düsseldorfer EG. Vor dem Saisonstart werden in Iserlohn und bei einem Turnier in Bremerhaven die letzten Tests abgeschlossen.

Bei diesem heimischen Turnier treffen die Fischtown Pinguins auf Esbjerg und Ljubljana. Zuvor stehen aber bereits weitere hochkarätige Testspielgegner auf dem Programm: Der HC Lausanne, der HC Ajoie und Fribourg aus der Schweiz und Mountfield HK aus Tschechien.

Die Grizzlys Wolfsburg nehmen am 12. und 13. September an einem  Vorbereitungsturnier in Kassel teil. Im Halbfinale geht es gegen den Gastgeber. Im Finale oder im Spiel um Platz 3 warten entweder Nürnberg oder Iserlohn.

Bereits am 19. Mai haben die Iserlohn Roosters ihren Vorbereitungsplan veröffentlicht. Neben der Teilnahme am erwähnten Turnier in Kassel werden Testspiele gegen die Kölner Haie, Wolfsburg, Dresden/Liberec und Krefeld ausgetragen.

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