Eispiraten-Neuzugang Collin Adams: Was der Trainer des EHC Freiburg mit dem Wechsel nach Crimmitschau zu tun hat

Collin Adams Eispiraten Crimmitschau

17 Tore und 14 Assists sammelte Collin Adams in der vergangenen Saison in 43 Spielen für die Vorarlberg Pioneers. Foto: pioneersvorarlberg/Kolanovic

Der 28-jährige US-Amerikaner Collin Adams wechselt von den Pioneers Vorarlberg zu den Eispiraten Crimmitschau. Wieso Einer, der einst mit einigen der besten Spieler der Welt trainierte, nun zu den Westsachsen wechselt und was der Trainer des EHC Freiburg damit zu tun hat.

Collin Adams stammt aus dem 8000-Einwohner-Städtchen Brighton, etwa 45 Minuten westlich von Detroit. Damit kommt er aus einer der bedeutendsten Eishockey-Regionen der USA, denn Michigan macht dem traditionellen Eishockeystaat Minnesota seit Jahren zunehmend Konkurrenz. Zahlreiche Spieler aus der US-Mannschaft, die bei den Olympischen Spielen in diesem Jahr Gold gewannen, kommen von dort. Am NTDP-Zentrum in Plymouth treffen sich zudem die U17- und die U18-Nationalmannschaft.

Eiskalte Liebe und die besten Spieler der Welt

Adams erzählt: „Unsere Winter sind ziemlich kalt. Die Seen frieren und so habe auch ich angefangen. Mein Vater hat die Eisfläche ausgebessert und dann habe ich begonnen, auf dem See eislaufen zu gehen. Ich habe mich darin verliebt.“  Der 28-Jährige begann mit dem Eishockey und schaffte es in die Juniorenliga USHL. 2016 änderte sich für ihn vieles, als er von den New York Islanders mit dem 170. Pick in der sechsten Runde gedraftet wurde. „Das ist definitiv einer meiner Lieblingsmomente in meiner Eishockeykarriere“, erinnert er sich.

Zwar schaffte es Adams nie die NHL, aber er absolvierte 67 Spiele in der AHL für die Bridgeport Islanders. Dadurch, dass er gedraftet wurde, durfte er im Sommer allerdings in New York absolvieren. „Du kannst dort mit einigen der besten Spieler der Welt trainieren. Wenn dort als junger Spieler bist, kannst du lernen und erfahren, was es braucht, um ein Profispieler zu werden“, erzählt Adams. „Diese Camps machen dich besser und natürlich siehst du dort auch deine Konkurrenz in der Organisation.“

Zeit für ein neues Abenteuer in Europa

2024 traf Adams dann die Entscheidung zu HC Banska Bystrica in die slowakische Liga zu wechseln, wo er mit dem Team Fünfter wurde und im Viertelfinale der Playoffs ausschied. „Ich habe zuvor drei Jahre als Profi in Nordamerika gespielt. Du machst dort viele Spiele, die Saison ist sehr lang. Ich hatte bereits Angebote aus Europa, aber es fühlte sich nicht so an, als sei es die richtige Zeit“, erinnert sich der neue Eispiraten-Stürmer.

Erst als ihm einer seiner Agenten den Wechsel in die Slowakei schmackhaft machte, dachte Adams, dass die richtige Zeit gekommen sei, um nach Europa zu kommen „etwas Neues zu probieren“ und „die Welt ein bisschen kennenzulernen“. Komisch sei dann in den ersten Monaten für ihn die größere Eisfläche gewesen, ansonsten fand er sich gut zurecht.

Zur vergangenen Saison wechselte Adams in die ICE Hockey League zu den Pioneers Vorarlberg. Dort erlebte er eine deutlich schwierige Saison, die die Mannschaft aus Dornbirn auf dem vorletzten Platz beendete. „Die Saison lief nicht so gut, wie wir uns das erhofft hatten“, gibt der US-Amerikaner zu. „Es war definitiv ein Lernprozess für mich, an einem kleineren Standort in der Liga zu sein. Das hat unser Mindset während der Saison aber nicht verändert. Wir wollten jedes Spiel gewinnen. Es waren nicht die Resultate, die wir wollten, aber das lag nicht an einem Mangel an Einsatz.“

Was der neue Trainer des EHC Freiburg mit Adams´ Wechsel nach Crimmitschau zu tun hat

Nun also wechselt Collin Adams nach Crimmitschau, was offenbar auch damit zu tun hat, dass Johannes Nygård, der letztjährige Pioneers-Coach, der in der kommenden Saison beim EHC Freiburg an der Bande stehen wird, sehr gut mit Jussi Tuores, dem Coach der Eispiraten befreundet ist.

„Er hat mir von ihm und seinem Spielstil erzählt“, so Adams über Nygård. „Er hat mir auch davon erzählt, wie toll die Fans sind.“ Das erste Telefonat mit Turores scheint Adams direkt überzeugt zu haben: „Ich habe direkt die Leidenschaft gehört und den Willen, Spiele zu gewinnen. Er hat sichergestellt, mich wissen zu lassen, dass er mich als Teil davon haben möchte. Ich freue mich darauf, die Stadt und meine Mitspieler kennenzulernen.“

Amerikanischer Optimismus

Adams kann sowohl als Center als auch auf dem Flügel eingesetzt werden. Im College spielte er zwar mehr Center, allerdings betont er, keine Lieblingsposition zu haben. Er erklärt: „Mein Spielstil basiert auf meinem Tempo und meinem Skating, aber auch auf meiner Fähigkeit, in der offensiven Zone Chancen und Spielzüge zu kreieren.“ Der US-Amerikaner gilt außerdem als guter Powerplayspieler, der in Überzahl auf beiden Flügeln eingesetzt werden kann. 

Diese Stärken möchte er natürlich auch in seine neue Mannschaft und in seinen neuen Verein, der finanziell ja bekanntlich nicht gerade in einer einfachen Situation ist, einbringen. „Mein Job ist es, einen Einfluss zu haben und meinen Mitspielern dabei zu helfen, Spiele zu gewinnen. Hoffentlich sind wir am Ende des Jahres eine der besten Mannschaften in der Tabelle“, sagt er mit diesem typisch-amerikanischen Optimismus, der am Telefon auch aus Tausenden Kilometern Entfernung nach Deutschland dringt. 

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